IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schach an der IGS

Landauer Schulschachmeisterschaften 2018

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Deutsche Schulschachmeisterschaft 2018

Die Mädchenmannschaft der IGS Landau bei den deutschen Schulschachmeisterschaften 2018
Die Mädchenmannschaft der IGS Landau bei den deutschen Schulschachmeisterschaften 2018

Die Meisterschaft war anstrengend! Oja!

Hier ein kurzer Bericht, wie sich unsere Schachmädels auf der deutschen Meisterschaft geschlagen haben:

 

In Runde 1 hatten die Berliner Meister, das Heinrich-Hertz-Gymnasium, große Probleme mit uns. Nach einem souveränen Sieg unserer Debütantin Madeleine Haas (Brett 4) und einer deutlichen Niederlage von Spitzenbrett Eyleen Märdian, gingen beim Stand von 1:1 die Partien von Helena Wünschel (Brett 2) und Julia Breiner (Brett 3) bis tief in die Zeitnotphase. Helena hatte ihre stärkere Gegnerin überspielt und kämpfte um den Sieg, während Julia eine schlechte Stellung halten musste. Alle vier Spielerinnen hatten nur noch Sekunden auf der Uhr. Leider ließ Julia sich mattsetzen und Helena schaffte die Zeitkontrolle nicht und verlor durch Zeitüberschreitung in Gewinnstellung. Endergebnis 1:3, sehr ärgerlich, aber trotzdem ein Auftakt, der aufhorchen ließ!

 

In Runde 2 wartete der Brandenburger Meister auf uns. Aber diese Geschichte ist schnell erzählt, da alle vier IGSlerinnen ihren Gegnerinnen deutlich überlegen waren und ganz souverän 4:0 gewannen. Perfektes Spiel!

 

Die dritte Runde des Tages war dann anscheinend etwas viel für unsere Mädels. Gegen das Margarethe-Rothe-Gymnasium aus Hamburg wurden teilweise sehr einfache Fehler gemacht und mindestens zwei Partien einfach hergeschenkt. Vielleicht war nach 6 Stunden Schach schlichtweg der Akku leer. Lediglich Julia sicherte sich gegen den Hamburger Meister ein Remis, Eyleen, Helena und Madeleine verloren ihre Partien.

 

Dann war der anstrengende erste Turniertag zuende und wir fielen nach der Partienanalyse, sowie der Vorbereitung auf den nächsten Tag erschöpft in die unbequemen Betten.

 

Tag zwei brachte uns dann die Bremer Meister als Gegner. Die Oberschule am Barkhof war nominell leicht schwächer als wir und wir rechneten uns einige Siegchancen aus. Leider verdarb Clara an Brett 4 (Clara und Madeleine sollten sich abwechseln) durch mehrere Unkonzentriertheiten ihre Partie und verlor. Es war Claras letzte Partie für uns. Sie klagte über länger anhaltende Kopfschmerzen und wurde mit Ibu 400 gefüttert. An Schach spielen war aber nicht mehr zu denken.

Julia glich durch einen sauber heraus gespielten Sieg schließlich aus.

Und unsere vorderen Bretter spielten die Gegner langsam aber sicher hinten rein. Beide Stellungen waren vorteilhaft. Aber die Nerven, die Kondition und schließlich die Unsicherheit aufgrund der Niederlage eine Runde zuvor in ähnlichen Stellungen, ließen unsere Mädels die Handbremse ziehen. Beide boten remis an, was die Gegnerinnen gerne annahmen. 2:2 Unentschieden, alla hopp!

 

In Runde 5 wurden wir gegen den zweiten Berliner Vertreter, das Gerhard-Hauptmann-Gymnasium, gelost (Erklärung: Berlin hatte als Ausrichter einen zusätzlichen Startplatz). Die nominell deutlich überlegenen Gegner hatten aber von Beginn an Schwierigkeiten mit dem Rheinland-Pfalz-Meister. Besonders Madeleine spielte hier sehr stark auf und konnte durch eine schöne Kombination Material und die Partie gewinnen. Sehr unglücklich agierte hier Julia, die sich ebenfalls Materialvorteil erspielte, aber eine leichte Mattkombination übersah, die schließlich den Punkt kostete. Die beste Partie des Turniers spielte hier Eyleen! Sie nahm ihre Gegnerin (rating 1590, Eyleen hat "nur" 1083) mit schwarz in der Sizilianischen Verteidigung nach allen Regeln der Kunst auseinander. Sie brachte den Königsangriff der Berlinerin früh zum Erliegen, brach auf dem Damenflügel durch und gewann dabei einen Bauern, den sie im Endspiel in einen vollen Punkt umwandelte. Ganz großes Tennis ... ehm ... Schach!!

Das Unglück gepachtet schien allerdings Helena zu haben! Auch sie spielte sehr stark und erreichte eine Gewinnstellung. In gegnerischer Zeitnot wurde Helena dann aber nervös, machte einen schweren Fehler und kam ins Hintertreffen. Mit verbleibenden 6 Sekunden auf der Uhr konnte ihre Gegnerin mattsetzen und den nicht mehr für möglich gehaltenen 2:2-Ausgleich erzielen. Ärgerlich!

 

Doch es kam noch schlimmer!

 

Am dritten Turniertag bekamen wir den Vorletzten, das Katholische St.Marien-Gymnasium, zugelost. Machbarer Gegner. Vor allem, als Madeleine und Julia schnell und sicher zum 2:0 einlochen konnten. Vorne dann aber der Super-GAU! Eyleen bekommt in ausgeglichener Stellung ein Remisangebot herein. Annehmen (und damit den Mannschaftssieg sichern) oder weiter spielen? Ein Blick rüber zu Helenas Partie: Helena steht klar auf Gewinn, hatte ihrer Gegnerin bereits einen Läufer abgenommen und einen Königsangriff gestartet. Läuft!

Eyleen lehnte das Angebot ab - und machte einen Zug, der sofort die Partie verliert. Beinahe zeitgleich übersah Helena den allerletzten Trick ihrer Gegnerin und wurde matt gesetzt. Ein unglaubliches 2:2-Unentschieden, das den Mädels sehr lange nachhing und nur schwer zu verarbeiten war!

Ich habe sie dann zur Ablenkung in die Stadt zum shoppen geschickt, zwei der Mädchen wollten lieber im Hotel bleiben und Vokabeln lernen (!).

 

So, Schlussrunde! Mit einem Sieg gegen das starke Mariengymnasium Papenburg konnten wir noch ein ausgeglichenes Punktekonto erreichen. Und uns die saublöde Vorschlussrunde

aus den Köpfen spielen. Zuerst war Madeleine fertig. Sie hatte Stellungsvorteil erspielt, war aber nicht mehr in der Lage Zugfolgen zu berechnen. Wahrscheinlich Erschöpfung, die Kleine ist schließlich erst 11 Jahre alt und spielt ihr erstes Turnier über mehrere Tage. Sie bot schließlich remis an, was ihre Gegnerin gerne annahm. Und wieder einmal war es Julia, die den Rheinland-Pfalz-Meister in Führung brachte. Mit einem Fesselungstrick legte sie ihre erfahrene Gegnerin rein und konnte ihr die Dame abnehmen. Der Rest war Technik.

Mental angeschlagen war Helena, die zwar eine gute Stellung erreicht hatte, aber keinen Gewinnplan fand. In Absprache mit ihrer Mannschaftsführerin Eyleen bot sie remis an, was die Gegnerin auch annahm. Beim Stand von 2:1 ging es am Spitzenbrett, wo die niedersächsischen Meisterinnen ihre stärkste Spielerin sitzen hatten, heiß her. Eyleen hatte einen Bauern geopfert, sich dafür aber einen aktiven Zentrumsspringer gesichert. Nach einigem hin und her konnte Eyleen in ein vorteilhaftes Endspiel einlenken, welches sie schließlich studienhaft mit Hilfe des Zugzwangmotivs gewann. Sauber gespielt! Endstand: 3:1

 

Mit 7:7 Mannschaftspunkten landeten wir schließlich auf Rang 15. So weit hinten? Ja, denn ab Rang 7 waren alle Teams punktgleich gewesen. Wir haben uns wahnsinnig teuer verkauft und können erhobenen Hauptes den Rückweg von Berlin ins beschauliche Landau antreten. Nur 14 Schulen in ganz Deutschland sind besser als wir. Und unsere Mädels? Unzufrieden, schließlich war doch so viel mehr drin...

 

Tabelle und Infos findet Ihr auf:

https://www.deutsche-schachjugend.de/2018/dsm-wk-m/

 

Liebe Grüße,

Coach

RLP-Meisterschaft im Schulschach 2018

Heute stand die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Schulschach für 4er-Teams im weit entfernten Bendorf (30km hinter Koblenz) auf dem Programm. Unser Mädchen-Team war nicht nur dabei, sondern wollte als Titelverteidiger wieder ganz vorne mitspielen.

Im Gegensatz zu einigen anderen Pfälzer Mannschaften reisten wir nicht einen Tag früher an und hofften, trotzdem genug geistige Frische und Fitness ans Brett zu bringen.

6 Teams waren qualifiziert, jeweils die Meister und Vizemeister der Pfalz, des Rheinlands und aus Rheinhessen. Wir spielten ein Rundenturnier jeder-gegen-jeden mit 30 Minuten Bedenkzeit (also 5 Runden zu je einer Stunde). Da dies ein konditionell anspruchsvolles Turnier werden würde, nahmen wir uns die Freiheit, mit fünf Spielerinnen anzureisen:

Brett 1: Eyleen Märdian (10a)

Brett 2: Helena Wünschel (10a)

Brett 3 Julia Breiner (10a)

Brett 4: Clara Killguss (7d)

Ersatz: Madeleine Haas (6c)

wobei klar war, dass Clara und Madeleine sich hinten immer abwechseln würden!

Zu Beginn durften wir gegen das SKG Oppenheim ran, den großen Unbekannten. Als Rheinhessen-Meister waren die nicht zu unterschätzen und so gingen wir sehr konzentriert an die Sache ran. 

Nach zwei schnellen Siegen von Clara und der gut aufgelegten Julia gingen wir 2:0 in Führung, hatten aber vorne Probleme, wo die Rheinhessen ihre Spitzenspieler sitzen hatten. Beide Partien waren sehr ausgeglichen und gingen bis in die Endphase. Bis Helenas Gegnerin einen groben Fehler machte, der auch direkt bestraft wurde: 3:0

Eyleen konnte schließlich ihr schlechteres Endspiel nicht halten, so dass es am Ende 3:1 hieß. Guter Auftakt!

In Runde zwei wartete das OWG Dahn zum pfälzischen Duell. Dahn hatte das große Problem, dass eine Spielerin krank wurde und so das Team zu dritt antreten musste. Madeleine freute sich so über ihren ersten - wenn auch kampflosen - Punkt bei einer Rheinland-Pfalz-Meisterschaft. Auch Julia und Helena konnten ihre überforderten Gegnerinnen sauber überspielen und zum 3:0 einlochen, während wieder einmal Eyleen am Spitzenbrett gegen die mehrfache RLP-Meisterin Estelle Morio Schmerzen ertragen musste. Estelle konnte schließlich für den Vize-Pfalz-Meister auf 1:3 verkürzen. Egal, 2 Spiele, 2 Siege, prima Auftakt!

Mit dem AMG Trier kam der erste nominell stärkere Gegner in der dritten Runde zu uns. Erstaunlich, dass Julia und Madeleine eine schnelle und beruhigende 2:0-Führung heraus spielen konnten. Auch Eyleen und Helena schlugen sich gegen die stärker eingeschätzten Gegnerinnen sehr wacker. Eyleen unterlief aber in besserer Stellung ein folgenschwerer Fehler, der direkt zum Matt führte, so dass Trier auf 1:2 heran kam. Sehr, sehr unglücklich! Helena hatte ihre Gegnerin nun überspielt, aber nur noch 2 Minuten auf der Uhr. Würde sie es schaffen? Sie trieb die Gegnerin immer weiter nach hinten und startete mit Turm und Läufer einen Mattangriff, der nur durch Materialverlust abzuwenden war. In der immer hektischer werdenden Partie wollte sie ihrer Gegnerin den letzten Turm gerade abnehmen - als die Zeit zuende war und Trier äußerst glücklich zu einem 2:2-Unentschieden kam.

In der Vorschlussrunde wartete das punktgleiche Team der IGS Trier, eine Schachschule, in der Schach als Wahlpflichtfach angeboten wird. Noch etwas geschockt von dem unglücklichen Ausgang der Runde zuvor machte Madeleine eine ganze Reihe von Fehlern, die schnell zum Partieverlust führten. 0:1!

Julia konnte aber souverän *hust* den Ausgleich herstellen. Helena überfuhr leicht angesäuert ihre bedauernswerte Gegnerin im Königsangriff und brachte die Landauer wieder in Führung. Eyleen hatte ein schwer zu spielendes Bauernendspiel auf dem Brett, welches ein hohes Maß an präzisen Berechnungen erforderte - und einiges an Wissen über Endspielstrategie (entfernter Freibauer, Quadratregel, usw.). Eyleen konnte sich aber gottseidank an die Unterrichtseinheit erinnern, berechnete die Gewinnvariante sauber zuende und vollstreckte zum erlösenden 3:1! Ausgerechnet im wichtigsten Spiel ihr erster Punkt!

Nun waren wir eine Runde vor Schluss alleiniger Tabellenführer und durften gegen den Tabellenletzten aus Mainz ran. Ob da noch was schief geht? 

Nein! Schnell gewannen die wieder erstarkte Eyleen und die heute sehr stark spielende Helena ihre Partien zum 2:0. Als dann auch noch Clara und Julia ihre Gegnerinnen überspielten und zum 4:0-Kantersieg gegen die Mainzer Gymnasiasten vollendeten, war die Titelverteidigung in trockenen Tüchern!

 Leute, wir sind schon wieder Rheinland-Pfalz-Meister!!!

 Drei Punkte Vorsprung auf Vizemeister Trier und mit 9:1 Punkten eine fast perfekte Ausbeute (siehe das Malheur in Runde 3), was will man mehr?

Als RLP-Meister vertreten wir unsere Landesfarben zum zweiten Mal in Folge auf der deutschen Meisterschaft in Berlin, die vom 2.-6. Mai stattfindet! Ich finde, unsere Mädels haben einen tosenden Applaus verdient. Sie sind ein Aushängeschild unserer Schule und wir sind sehr, sehr stolz auf sie!