IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schulleiters Tagebuch

Schulleiters Tagebuch

Tagebucheintrag vom 16. Oktober 2019

Schon des Öfteren habe ich mir in diesem Tagebuch darüber Gedanken gemacht, was von all dem, was wir versuchen den Schülern beizubringen, wirklich sinnvoll und nötig ist. In einer unlängst gelesenen Studie schreibt der Autor, dass im Durchschnitt eine Schülerin oder ein Schüler nach dem Erreichen des Abiturs etwa 13.000 Unterrichtsstunden und 7000 Hausaufgabenstunden erledigt hat. Die andere interessante Zahl erschüttert dann doch ein wenig. Im Durchschnitt hat man nach einem Jahr weniger als ein Prozent des Detailwissens der vergangenen 13 Jahre noch parat. Was machen wir da eigentlich? Was bringen wir unseren Kindern bei, so dass sie die nächsten Jahrzehnte ein erfolgreiches und zufriedenes Leben führen können? Eine Kollegin erzählt mir von einem sonntäglichen Ausflug in den Pfälzerwald. Unterwegs habe sie Menschen asiatischer Herkunft getroffen, die sich besonders über ihre Kinder gefreut haben und diese, überraschenderweise, alle in akzentfreiem Deutsch ansprachen. Ich jedenfalls könnte das in China nicht, chinesische Kinder in akzentfreiem chinesisch ansprechen

Tagebucheintrag vom 15. Oktober 2019

Heute habe ich ein ganzes Buch gelesen, den "Sandmann" von E.T.A. Hoffmann, ein überaus lustiges Werk aus der Zeit der Romantik, eben aus jener Zeit, in der Romantik auf Aufklärung traf. Dabei ist mir aufgefallen, wie unglaublich reich unsere Vergangenheit ist. Reich an toller Literatur, die zu lesen sich lohnt. Es ist die Frage, wie wir tatsächlich junge Menschen dazu bekommen sich mit dieser Literatur auseinander zu setzen. Leider lesen die Schülerinnen und Schüler dann eben doch die Zusammenfassung in Wikipedia, statt sich von der Schönheit der Texte begeistern zu lassen. Zugegeben sind diese Texte für den heutigen Leser, wegen der ganz anderen Sprache, ein wenig sperrig und dennoch ist der "Sandmann" ein überragendes Werk aus dieser Zeit. Ich bin gespannt, wie viele meinem Wunsch, am Freitag den ersten Brief gelesen zu haben, tatsächlich nachkommen und meine Einladung annehmen mit mir in die Zeit der Romantik zu reisen und ein wunderbares Erlebnis zu genießen.   

Tagebucheintrag vom 14. Oktober 2019

Manchmal ist innen nicht das drin, was außen drauf steht. Und nichts ist so, wie es scheint. Manchmal hat man gute Ideen und extrem gute Beschreibungen über die Umsetzung guter Ideen und Vereinbarungen, dass die Ideen auch tatsächlich gelebt werden. Ich gebe zu, dass diese Einleitung durchaus kryptisch ist. Konkreter müssen wir uns vorstellen, dass eine Schule mit 1000 Schülern, also quasi 1000 Kunden, 80 Lehrerinnen und Lehrern und sonstigem Personal ein ziemlicher Koloss ist. Da werden Dinge vereinbart, aber nicht unbedingt gelebt. Da werden Rituale vereinbart, aber nicht unbedingt gelebt. "Aber der Herr Haug hat doch gesagt...", das höre ich immer wieder. Ich kann dazu nur sagen: Steter Tropfen höhlt den Stein. Und in manchen Fällen braucht es den Regenguss.  

Tagebucheintrag vom 24. September 2019

Der Schulelternbeirat tagte heute Abend und ich muss hier einmal schreiben, wie angenehm es ist mit konstruktiven Menschen zusammen zu arbeiten. Den Eltern geht es darum Schule zu unterstützen und schon auch im ein oder anderen Falle auf Missstände aufmerksam zu machen. Wir hatten ein großes Pensum zu bearbeiten und waren nach zwei Stunden vereinbarter Zeit nicht ganz durch, aber hatten viel geschafft. Lustig war es für alle Beteiligten, dass manche Fragen wie das Murmeltier in dem berühmten Film Jahr für Jahr wiederkommen. Eines dieser Themen betrifft die tägliche Fahrt der Schüler zur Schule. Auf der einen Seite versuchen wir natürlich zu schauen, dass Busfahrtszeiten so liegen, wie es für alle Schüler günstig ist. Auf der anderen Seite schreibe ich wieder einmal meine große Bitte: Muten Sie vor allem innerhalb Landaus und dazu zähle ich auch alle Stadtdörfer, Ihrem Kind zu mit dem Fahrrad zu fahren. Auch das ist aktiver Klimaschutz. Ich freue mich immer, wenn Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5, von denen ich weiß, dass sie beispielsweise auf der Wollmesheimer Höhe wohnen, mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Warum können das nicht alle tun?

Tagebucheintrag vom 23. September 2019

Heute gab es die Aktion "Klimaschutz aktiv". Nicht immer haben wir gleich die ungeteilte Aufmerksamkeit in der Montagmorgenbegrüßung, schließlich sitzen da auch 700 junge Menschen, die gerade aus dem Wochenende zurückgekehrt, sich einander viel zu berichten haben. Da aber in der Mitte der Halle ein ziemlich großer Schubkarren mit Müll stand und dazu gelbe Eimer wie an einer Perlenschnur aufgereiht dastanden, hatte ich überhaupt keine Mühe alle Schüler zum Zuhören zu bringen. Das Thema Mülltrennung ist eines der wesentlichen Themen, wo wir als Einzelne aktiv unser Klima schützen können. Von heute an wollen wir Plastik-, Papier- und Restmüll konsequent trennen. Ich bin sehr gespannt, wie lange es dauert, bis das Ganze läuft, es gibt so viele Kinder, die sich nicht auskennen mit der Mülltrennung und denen in der Schule dieselbe beigebracht wird oder werden muss.

Tagebucheintrag vom 20. September 2019

Diesen Tag werde ich nicht vergessen. Klar, das schöne Wetter trug sicherlich seinen Teil dazu bei. Ich lief heute, begleitet von Schülerinnen und Schülern und vielen Lehrkräften, zur Landauer Stadtbibliothek, um uns den vielen Menschen anzuschließen, die sich anlässlich des weltweiten Klimastreiks auch in der Stadt Landau zusammen fanden. Schon von weitem sah man, wie viele Menschen die gleiche Idee hatten. Junge und Alte gemeinsam. Selbstgemalte Plakate, ein improvisierter Kundgebungsplatz und einfach viele Menschen, die sich einig waren, die kommenden Stunden miteinander verbringen zu wollen. Nach kurzen Ansprachen ging der Zug los. Wir machten uns bemerkbar, gemeinsam skandierten wir ganz alte, bekannte Demosprüche und neue Erfindungen. Zwischendrin musste ich innerlich grinsen, weil mich besonders aktive Jugendliche irgendwie irritiert anschauten, weil ich ihre Sätze fehlerfrei mitrufen konnte. Wir lächelten uns an und waren uns einig, dass wir uns einig waren. Ein schönes Gefühl mit Menschen, die zwar unbekannt, aber gleichermaßen in diesem Moment auch ganz nah waren, gemeinsam für eine Sache zu kämpfen. Das Ziel war der Platz vor der Stiftskirche und in diesem Augenblick, vor allem, als wir gemeinsam "We shall overcome" sangen,  fühlte ich mich an die Zeit zurückerinnert, in der wir mit vielen 100.000 in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gegen Atomraketen auf die Straße gingen. Wenn es uns heute genauso gelingt, wie wir damals an der Abschaffung der Atomraketen in Mitteleuropa beteiligt waren, würde ich mich darüber sehr freuen. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir dies auch in Landau deutlich sagen müssen.

Tagebucheintrag vom 19. September 2019

Heute reisen 30 Schüler und 4 Lehrerinnen und Lehrer zum SamS-Vorstandsseminar in die Bergzabener Jugendherberge. Soeben wurde mir das Programm vorgelegt, welches die Beteiligten in den nächsten drei Tagen abarbeiten. Es sieht aus wie ein Programm einer hochprofessionellen Gruppe in einem jungen Unternehmen des 21. Jahrhunderts. Am Mittwoch wird von 10.30 Uhr bis 20.15 Uhr gearbeitet. Am Donnerstag von 09.00 Uhr bis 20.00 Uhr und am Freitag auch noch einmal vier Stunden. Würde man das gleiche Programm mit Erwachsenen durchführen wollen, würde so mancher am Ende des Tages nicht mehr seinen Namen wissen. Ich bin sehr stolz auf meine Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer, die sie begleiten.

Tagebucheintrag vom 18. September 2019

Am Freitag werde ich auch dabei sein und ich freue mich schon, wenn wir, Jung und Alt, durch die Straßen von Landau ziehen und für eine Welt eintreten, in der es sich zu Leben lohnt. Wir sind verpflichtet dazu. Wir müssen nicht nur der 16jährigen Greta Thunberg gut zuhören, sondern auch allen anderen, die uns eindrücklich warnen, so weiter zu leben, wie wir es bisher tun. Es ist nur diese eine Welt da und ist es ist doch allein ein unglaubliches Wunder, dass unsere Erde genau in der richtigen Entfernung zur Sonne sich befindet und dieses tolle Leben ermöglicht. Wie viele Planeten gibt es, auf denen nach unseren derzeitigen Erkenntnissen, Leben erst gar nicht möglich ist? Wer die Gefahr leugnet und Kinder davon abhalten will für ihre Rechte zu streiten, ist meines Erachtens verantwortungslos. Diejenigen, die die Klimaerwärmung leugnen, sind meines Erachtens verantwortungslose Gesellen.

Tagebucheintrag vom 17. September 2019

Gerade lese ich von einem meiner Lieblingsdichter, dem 1921 in Bern geborenen Theologen Kurt Marti ein Gedicht. Es lautet:

Lasst uns singen für die Erde,

dass sie nicht durch Gifte oder Waffen

freventlich und blind vernichtet werde.

Du, oh Gott, hast sie geschaffen!

Lasst uns bitten, dass die Erde, die du uns zur Pflege hast gegeben,

unsere Kinder noch erfreuen werde.

Jesus ließ für sie sein Leben.

Lasst uns kämpfen für die Erde, dass der Mensch für ihre Pflanzen, Tiere, statt zum Fluch zu einem Segen werde.

Gott, dein Geist uns treib und führe!

Lasst uns tanzen auf der Erde,

und von Herzen der Verheisung trauen,

dass sie einmal Gottes Reich noch werde, wo wir Heil und Frieden schauen.

 

Tagebucheintrag vom 16. September 2019

An diesem Wochenende habe ich mir überlegt und das wird sicherlich den geneigten Leser dieses Tagebuches überraschen, dass ich es gar nicht schlecht fände, wenn wir zu bestimmten Zeiten am Tag komplett alles Digitale ausschalten. Einfach nur ein Stift, ein Block und ein Buch. Sie lesen richtig, derjenige, der den Sekretärinnen seit Jahren die Digitalisierung androht, der schreibt hier. Aber im Moment bin ich angesichts des Umgangs mit digitalen Endgeräten jeglicher Art ein wenig ratlos. Die Ruhe und die Hingabe scheinen verloren zu gehen. Sich mit einem Thema, einer Idee, einem Stoff, einem Stück auseinander zu setzen, ohne irgendwelche schrottigen Wikipedia Zusammenfassungen zu benutzen, sich eigene Gedanken zu machen, auch wenn sie in die Irre führen, sich wirklich auseinanderzusetzen, das sind zentrale Fragen, die beantwortet werden müssen. Ich weiß auch, dass das Rad der Geschichte nicht zurückzudrehen ist, ich weiß aber auch, dass wir auch in unseren Lehranstalten weit davon entfernt sind den Computer lediglich als Helfer zu sehen. Dafür müssen wir allesamt, Lehrer wie Schüler, noch sehr viel kompetenter werden. Oje, was für eine Aufgabe.

Tagebucheintrag vom 13. September 2019

Was für ein beeindruckender Elternabend gestern. Mich hat vor allem die Diskussion darum bewegt, wie man sich als Mensch im gar nicht so anonymen Internet bewegt. Gemeinsam mit Eltern gingen wir der Frage nach, wie wir Kindern und Jugendlichen Leitplanken für einen Umgang im Netz beibringen können, die nach den Grundsätzen der Mitmenschlichkeit und Zuneigung geprägt sind. Das ist im Alltag wirklich nicht einfach. Die Flut der Bilder, die uns wohl alle überfordert, muss irgendwie verarbeitet werden. Es gibt viele böse Bilder. Gut und böse zu unterscheiden ist nicht einfach. Was ist noch ein Witz und wo fängt Rassismus oder Sexismus an? Was ist erlaubt und war gehört verboten? Eltern und LehrerInnen waren sich einig in der Einschätzung, dass wir die Kinder und Jugendliche im Bezug auf die Benutzung des Internets nicht alleine lassen dürfen.

Tagebucheintrag vom 12. September 2019

Ich glaube, wenn traditionelle Wertegeber verschwinden oder zumindest deren Bedeutung geringer wird, dass es anderer Wertegeber bedarf. Und ich denke, dass die IGS Landau neben der Übernahme von Dingen, die in früheren Zeiten eher von den Eltern erledigt wurden, zusätzlich auch im Bereich Wertevermittlung eine entscheidende Rolle spielt. Kinder, die in unsere Schule gehen, haben die Möglichkeit etwas für ihr Leben zu lernen und nicht nur Mathematik, sondern auch zum Beispiel die Einstellung gegenüber allem, was fremd ist. Fremdes verunsichert und führt leider bei manchen zur Aggression bzw. Abwehr. Kindern, in diesem Zusammenhang menschlichere Erfahrungen zu ermöglichen, finde ich eine großartige Aufgabe. Scharlatane zu entlarven, Lügen aufzudecken und den Hass gegenüber Fremden zu brandmarken, dafür steht die IGS Landau.

Tagebucheintrag vom 11. September 2019

Erinnern Sie sich, was vor einigen Jahren an diesem Tag geschehen ist? Jedes Jahr, wenn ich an diesem Tag einen Tagebucheintrag mache und über denselben nachdenke, kommt mir die Erinnerung an dieses unsägliche Flugzeugattentat in den Sinn. Das Ergebnis einer solchen Aktion ist Hass auf allen Seiten. Es ist ein Ausdruck von Hass auf der Täterseite und es führt zu Hass auf der Opferseite. Hass und Angst gehören unmittelbar zueinander und für mich selbst ist die Erinnerung an diesen 11.09.2001 eine Mahnung niemals einzustimmen, wenn Menschen Hass und Angst predigen. Dass es in unserem Land Menschen gibt, die dieses tun, ist für mich eigentlich unerträglich. Ich frage mich immer, wenn ich einen Repräsentanten im Interview höre, was der eigentliche Beweggrund seinerseits ist. In mir werden sie jedenfalls einen klaren Gegner haben. Unsere Schüler an der IGS Landau werden diesen Scharlatanen jedenfalls nicht folgen.

Tagebucheintrag vom 10. September 2019

"Herr Haug, ist ihr Drucker gerade frei? Ich müsste gerade was für die Stufenkonferenz ausdrucken." Ein solches Ansinnen ist kein Einzelfall mehr, die Schüler wissen, wenn die Tür des Schulleiters geöffnet ist, darf man fragen. Wenn möglich, kann man mit seinem Ansinnen Erfolg haben. Natürlich durfte die Schülerin an meinen PC und konnte ihren Text ausdrucken. Ich finde es schön, wenn sie einfach kommen und fragen und wir an einem Strang ziehen. So geht Schule.

Tagebucheintrag vom 09. September 2019

Immer nur reden ist auch keine Lösung. Man muss auch handeln. Die Müllerzeugung in einer Schule ist schon unglaublich. Was wir an Papier verbrauchen ebenso. Trennen von Müll geschieht bisher in der IGS Landau nicht konsequent. Das werden wir verändern. Wir werden in Zukunft Restmüll, Papiermüll und Plastik getrennt voneinander sammeln. In jedem Raum soll es drei Mülleimer geben, die jeweils von den Raumverantwortlichen entsorgt werden. Um allen die gleichen Ausgangsvoraussetzungen zu geben, werden wir in der Montagmorgenbegrüßung am 23.09.2019 eine besondere Aktion durchführen. Der Glaube, dass alle Schülerinnen und Schüler wissen, wie Mülltrennung geht, ist bei mir jedenfalls nicht vorhanden. Auch das können sie in der IGS Landau lernen. In einem nächsten Zug möchte ich alle Mülleimer auf dem Schulgelände entfernen. Diese Maßnahme trifft nicht auf die Zustimmung aller Verantwortlichen, einige befürchten eine Vermüllung der Umgebung. Ich glaube, dass wir auch das gemeinsam lernen können, es wird nicht reibungslos gehen, aber am Ende zur Routine werden.

Tagebucheintrag vom 06. September 2019

Gestern waren Schulen aus Rheinland-Pfalz bei uns zu Besuch, die sich unser Konzept von Schülermitwirkung eingehend betrachten wollten. Und sie bekamen einen intensiven Eindruck. Die Rückmeldungen der fremden Kolleginnen und Kollegen waren durchweg sehr positiv. Ich glaube, es liegt daran, dass in diesem Fall Etikett und Ware übereinstimmen. Was außen draufsteht, ist innen drin. Es wird nicht Zuviel versprochen. Und was man nicht versprechen kann, wird eben auch nicht versprochen. Beeindruckend ist es schon, wenn unsere Schüler vor einer Gruppe Erwachsener stehen und sprechen, als ob sie den ganzen Tag nichts anderes tun würden. Bei einigen wenigen habe ich in der Tat manchmal den Eindruck, dass sie mehr in Schülergremien sind, als in ihrem eigentlichen Unterricht. Eine Gruppe von Schülern war heute auch bei mir wegen des weltweiten Klimatages. Auch hier war ich beeindruckt, weil sie am 20.09.2019 ankündigen bewusst gegen die Schulpflicht vorzugehen. Meine Androhung, dass Schüler einen unentschuldigten Fehltag erhalten, machte bei ihnen wenig Eindruck. "Wir wissen das und gehen trotzdem hin."

Tagebucheintrag vom 05. September 2019

Die IGS Landau ist eine Hospitationsschule. Heute wurden wir wieder besucht und ich hatte den Eindruck, dass es den Besucherinnen und Besucher sehr gut bei uns gefallen hat. Wenn man auf die eigene Schule blickt, dann muss man wirklich aufpassen nicht zu sehr die Ja-aber-Brille aufzusetzen. Gerade wenn es stressig ist, neigt man dazu in alte Muster zu fallen. Statt zu sehen, wie viele Dinge unglaublich gut laufen. Das Sekretariat muss neben dem normalen Kram an solchen Tagen vieles einfach so und zusätzlich bewältigen. Und das läuft dann auch. Da wird Essen und Trinken gerichtet, Gäste begrüßt und beim Mittagessen bewirtet und gleichzeitig das Tagesgeschäft abgearbeitet. In unserer Küche passierte heute was ganz Wunderbares. Eine Gruppe von Schülern, die ganz viel Praxis braucht, kochte gemeinsam mit einer Lehrerin und versorgte alle, die vorbestellt hatten. Superessen, riesige Qualität für wenig Geld. Und vor allem hatten die Kinder ein gutes Gefühl und zeigten ihren Stolz. Ich bin froh, diese Schule leiten zu dürfen. Danke Jasmin!

Tagebucheintrag vom 04. September 2019

Drei Tage zu früh bin ich. Am Freitag erst muss ich die Schulstatistiken abgeben und ich bin schon fertig. Und wie. Ich habe unser neues Schulverwaltungsprogramm besiegt. Es hat alles versucht, mir viele Steine in den Weg gelegt, unzählige Telefonate mit ebenso Verzweifelten gebracht. Doch am Ende war ich stärker. Nachdem die Daten plausibilisiert waren und mir keine Fehler mehr angezeigt worden sind, nahm ich all meinen Mut zusammen und verschickte dieselben an das Statistische Landesamt bzw. an die ADD. Ob alles richtig ist, werde ich in den nächsten Tagen erfahren.

Tagebucheintrag vom 03. September 2019

Um 11.00 Uhr ging der Alarm los, der jährlich zu probende Feueralarm. Nach vier Minuten waren alle aus dem Gebäude und versammelten sich auf dem Süd- oder Nordhof. Eigentlich hat alles gut geklappt, aber ich merke Jahr für Jahr, wie nötig eigentlich regelmäßigere Übungen wären. Wenn man so etwas nur einmal im Jahr ausprobiert, gibt es keine Routine und viele überlegen, ob sie jetzt Fenster schließen sollen, Türen abschließen sollen oder sich doch einschließen sollen. Den ein oder anderen Blindgänger muss man auch überzeugen. "Das ist doch nur eine Übung, ich will nur schnell was kopieren." Auch das ist ein Satz, den man ganz selten zwar, aber dennoch hört.

Tagebucheintrag vom 02. September 2019

Heute Morgen begann die Woche mit der Montagmorgenbegrüßung und ich konnte nicht umhin von meinem Erlebnis am gestrigen Sonntag zu erzählen. Ich bin ausgewiesener Fußballfan und gehe auch gerne ins Stadion, so auch gestern zum Spiel des FCK gegen Waldhof Mannheim. Schon als ich dem Stadion näher kam, wollte ich wieder umdrehen. Viele Menschen, junge und alte, Männer und Frauen und Kinder trugen ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Waldhof verrecke". Haben die alle ihren Verstand irgendwo abgegeben? Im Stadion selbst hatte ich, zumal ich einige Spieler meiner Jugendmannschaft dabei hatte, teure Sitzplatzkarten auf der Südtribüne gebucht, im Glauben, hier in Ruhe ein Fußballspiel betrachten zu können. Doch weit gefehlt. Hinter mir tobte der Mob. Ich kenne auch viele Schimpfwörter und weiß diese vor allem beim Autofahren stets anzuwenden, aber was diese Herren hinter uns produzierten, war kaum zu überbieten an Hass und Häme. Als ein Waldhofer Spieler leider verletzt ausgewechselt werden musste, spornten sie die Heimspieler an den nächsten abzuschlachten. Als der Waldhofer Trainer den Fehler machte einen dunkelhäutigen Spieler einzuwechseln, konnte man sich über rassistische Kommentare überhaupt nicht mehr wundern. An diesem Tag war ich überhaupt nicht stolz ein Fußballfan zu sein und was mich besonders beunruhigt, ist die Tatsache, dass wir in einer Zeit leben, in der dieses rassistische, frauenfeindliche, sexistische Geschwalle meiner Einschätzung nach zunimmt. Genau das habe ich meinen Kindern am Montagmorgen erklärt, in der Hoffnung, dass sie nicht so werden.

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