IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schulleiters Tagebuch

Schulleiters Tagebuch

Tagebucheintrag vom 20. August 2019

Ich selbst habe in der Modulzeit diese Woche eine Gruppe von Siebtklässlern, die bei mir ein Modul im Fach Darstellendes Spiel mitmachen. Unter den Kindern sind einige wenige, die das Fach DS im Unterricht haben, die anderen sind gänzlich unerfahren. Heute haben wir drei sehr intensive Stunden verbracht und ich bin erstaunt, wie sehr die 12 sehr unterschiedlichen Kinder nach zwei Tagen als Gruppe schon funktionieren. Es ist wunderbar zu sehen, wie ernsthaft sie bei der Sache sind. Und nach zwei Tagen weißt du, dass du wieder einmal mit einer Gruppe zusammen bist, in der es sie alle gibt. Verpeilte und weniger Verpeilte, Macherinnen, jene, die alles über sich ergehen lassen, andere, die sich ständig im Spiegel betrachten, wieder andere, die heimlich essen und Gummibärchen verteilen. Ganz besonders habe ich mich heute bei der Abschlussübung gefreut, dass die Jungs so gut beteiligt waren. Schon des Öfteren habe ich in diesem Tagebuch geschrieben, wie sehr ich mich um die Jungs sorge, da die Mädchen auch in unserer Schule im Gesamten einfach besser mitkommen. Ich bin gespannt, was wir in dieser Woche noch erleben dürfen und freue mich auf die Kinder, wenn ich sie am Donnerstag wieder sehe.

Tagebucheintrag vom 19. August 2019

Liebe Eltern, nach einer Woche sind meine Sekretärinnen ferienreif. Wie wir alle wissen, sind unsere Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8, 10 und 12 auf Herausforderung. Die Telefonate, die wir in dieser Zeit führen durften, sind gar viele. Eine Bitte haben wir, bitte überlegen sie, ob ihr Anruf wirklich von Nöten ist oder total überflüssig. Viele Kinder und Jugendliche machen eine ganz tolle Erfahrung, einige wenige sind bereits zurückgekehrt. Die betreuenden Lehrer und der Schulleiter, der das Notfalltelefon hat, durften viele Gespräche führen und konnten so manches regeln. Heute hatte ich ein nettes Telefonat mit einem Hausmeister einer Schule, in der Schüler übernachten. Dieser sprach nur auf Zuruf, es war ein sehr lustiges und sehr einseitiges Gespräch. Aber Hauptsache der Mann macht eine gute Arbeit.

Im übrigen empfehle ich auf den Blog auf unserer Homepage zu gehen und die tollen Texte der unterschiedlichen Gruppen mitzulesen. Geben Sie doch auch einmal einen Kommentar ab, Schüler und Begleitpersonen freuen sich bestimmt.

Tagebucheintrag vom 16. August 2019

Unsere Fünftklässler rennen heute durch das Schulhaus und sollen es entdecken. Die ganz Schlauen kommen direkt in mein Büro spaziert und fragen mich frech, ob ich ihnen nicht die Antworten auf die vielen Fragen geben könnte. Na ja, das kann ja was werden. Wenn sie jetzt schon so anfangen, können wir uns auf etwas gefasst machen. Aber zum Glück haben wir ja die schicken Pappkartons, auch Spickbretter genannt. Ganz ehrlich, für mich stammen die irgendwie aus einer alten Zeit. Klar, schreiben Schüler ab. Doch haben wir das nicht auch gemacht, erinnern wir uns denn nicht an unsere Zeit in der Schule. Bei uns war es doch ähnlich, alles, was ich auf meinen Spicker geschrieben habe, habe ich sowieso gewusst. Aber irgendwie gehörte das Spickerschreiben dazu und auch die Versuche mit langen Augen die Mathezahlen meiner Mitschülerin zu entziffern. Meistens hatte ich Glück, manchmal wurde ich erwischt. Ich komme beim Nachdenken über unsere Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen darauf, weil auch unter ihnen welche sein werden, die es versuchen.

Tagebucheintrag vom 15. August 2019

In Rheinland-Pfalz läuft derzeit eine Ausschreibung zum Thema Informatikschule. Eine Schule kann sich für ein Pilotprojekt bewerben. Irgendwie ist das komisch mit uns Deutschen. Weil wir nicht den Mut haben groß zu denken und groß zu handeln und weil es immer tausend andere Interessen gibt, steht keine große Entwicklung an. Hätten wir doch nur den Mut von Henry Ford oder anderen großen Erfindern, dann würde uns auch Großes gelingen. Warum denken wir immer noch in Fächern? Einfache Antwort: Für die Fächer, die in den Stundentafeln stehen, gibt es jeweils eine riesige Lobby, die mit aller Macht am Fach festhalten möchte. Dass heute Informatik, Psychologie oder Chinesisch in Schulen zu erlernen möglich sein muss, liegt eigentlich auf der Hand. Aber wir haben ja die Stundentafeln, das haben wir schon immer so gemacht usw. Wir können es uns eigentlich nicht leisten auf diesem Wege weiterzumachen. Als wir vor drei Jahren mit der Oberstufe angefangen haben, wollten wir unsere Schüler im ersten Halbjahr für einige Monate ins Ausland schicken, um Sprach- und Welterfahrungen zu machen. Das sei so nicht vorgesehen, sagte man uns, traurig, aber wahr. Ja müssen wir denn alle in Privatschulen gehen? Es wird Zeit mutiger zu werden und nicht den Lobbyisten zu folgen. Die meinen es nämlich gar nicht gut mit uns und unseren Kindern.

Tagebucheintrag vom 14. August 2019

Vor ein paar Jahren habe ich einen Film-Link im Tagebuch veröffentlicht. In diesem Film wird gezeigt, wie ein Vater im Helikopter sein Kind auf den Schulhof bringt, ihm den Ranzen aufsetzt und dann losfliegt. Der Zuschauer erhält einen Blick in den Himmel, in dem sich ganz viele weitere Helikopter den Weg auf den Schulhof bahnen. Dieser Film ist eine hübsche Versinnbildlichung des Begriffes "Helikoptereltern". Letzte Woche habe ich von einer neuen Elterngeneration gehört, den "Rasenmähereltern". Wie die "Helikoptereltern" trauen die "Rasenmähereltern" ihren Kinder gar nichts zu. Auf gar keinen Fall eine Anstrengung. Die "Rasenmähereltern" fahren mit ihren Rasenmähern vor ihren Kindern her und ebnen ihnen den Weg, den sie gehen werden. Alles weggemäht. Alle Anstrengung beseitigt. Keine Zumutung, kein Schweiß, kein Scheitern. Ich wünsche mir, dass alle Eltern verstehen, dass die Kinder ein Recht haben auf eigene Erfahrung und auf ein eigenes Scheitern. Sie brauchen das, um später auch mit Niederlagen im Leben umgehen zu können.

Tagebucheintrag vom 13. August 2019

Vergessen habe ich bei meiner gestrigen Aufzählung die neuen Schülerinnen und Schüler unserer 11. Klasse. Wie die geneigten Leser dieses Tagebuches wissen, nehmen wir außer den Schülern aus der eigenen Schule auch Interessenten anderer weiterführenden Schulen an unserer Oberstufe auf. Diese haben 6 Jahre IGS Landau verpasst und weil sie in dieser Zeit auf einem anderen Stern gelebt haben, ist es bei dem einen oder der anderen nicht immer leicht, erlernte Fähigkeiten zu verändern. Wer Schule vorher nicht gemocht hat und in unsere Schule kommt, in der auf das Miteinander viel Wert gelegt wird, eckt das ein oder andere Mal an. Nehmen wir einmal das Ruhezeichen, das leise Handheben zum Zeichen des Wunsches von Ruhe und Aufmerksamkeit. Wer es nicht gelernt hat, sieht keinen Sinn darin. Dass dieses Ritual das Leben aller Beteiligten stressfreier machen kann, wird nicht bedacht. Unnötig, das Zeichen brauch ich nicht, ich bin doch kein Kleinkind mehr, das sind Reaktionen auf das Ruhezeichen. Die schlechte Nachricht ist, dass sie nur 2,5 Jahre Zeit haben die Sinnhaftigkeit des Ruhezeichens und andere Rituale zu lernen. Die gute Nachricht ist, dass bei vielen 2,5 Jahre genügen.

Tagebucheintrag vom 12. August 2019

Heute beginnt das 10. Jahr. Die Montagmorgenbegrüßung versammelt weiter über 1000 Menschen in Landaus einziger Sporthalle mit Tribüne. Es ist beeindruckend zu sehen, was wir alles in den letzten 10 Jahren auf die Beine gestellt haben. An diesem ersten Tag des neuen Schuljahres fahren wir ein wenig die Ernte ein. Da sind die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8, 10 und 12, die ihre Herausforderung antreten. Einige sind schon unterwegs, doch jene, die heute starten, werden wir verabschieden. Nachdem einige von ihnen erzählt haben, wohin die Reise gehen soll, ziehen sie zusammen unter dem tosenden Applaus aus der Halle, ein Ritual, welches seit Jahren zur Verabschiedung der Herausforderer dient. Danach wurden die 112 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 verabschiedet, die in den kommenden 3 Wochen ins Praktikum gehen. Ich bin mal gespannt, was sie berichten werden, wenn sie in 3 Wochen in der Realität lebten und arbeiteten. An dieser Stelle muss ich erwähnen, wie schwer es ist, Jugendlichen wirklich klar zu machen, was es bedeutet einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen. Klar müssen alle ihre Erfahrungen selbst machen, aber wie alle Eltern- und Lehrergenerationen zuvor würde man den Jugendlichen gerne Erfahrungen ersparen, die sie nicht unbedingt machen müssen. Aber jetzt hoffen wir erst einmal, dass alle im Praktikum erfolgreich sind. Und dann wurden noch unsere Kleinen begrüßt, unsere neuen Kinder der 5. Klassen, deren Eltern zum Teil noch aufgeregter waren, als die Kinder selbst. Schon als ich das erste Mal mit unserem Ruhezeichen die Aufmerksamkeit aller erreichen wollte, war mir klar, wer von unseren Fünftklässlern uns in den kommenden Jahren ganz besonders Spaß machen wird. Ich freue mich auf ein weiteres gemeinsames Jahr an der IGS Landau.

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