IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schulleiters Tagebuch

Schulleiters Tagebuch

Tagebucheinträge vom 23. November 2020

Nachfolgendes Gedicht stammt von Paul Celan, er starb durch einen Selbstmord, als er 50 Jahre alt wurde. Er war Jude. Heute stand ein Artikel über ihn in der Rheinpfalz. Und deshalb steht sein wohl wichtigstes Gedicht im Tagebuch. Celan mahnt uns niemals wieder auf Scharlatane hereinzufallen. Wir leben in der besten Gesellschaft, die wir uns wünschen können, wir sind frei. Und hoffentlich auch dankbar.

 

Todesfuge

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete

er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne
er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith

wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr anderen spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus  Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus
Deutschland  
 
dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

 

 

Tagebucheintrag vom 20. November 2020

Heute ein Gastbeitrag von Klaus Zierer, entnommen der Wochenzeitung Die Zeit:

 

Wer Krisen durch Bildung überwinden will, muss die Lehrpläne entrümpeln und das Lehramtsstudium ändern VON KLAUS ZIERER

Krisen führen dazu, innezuhalten, doch um sie zu verstehen und auch lebenspraktisch zu bewältigen, dafür bedarf es vor allem einer Sache: Bildung. So beruhigend es anmuten mag, wenn die politischen Entscheidungsträger in Krisen besonnen agieren – die ganze Bevölkerung täte gut daran, eine solche Bildung vorzuweisen. Denn so lässt es sich vermeiden, dass zu viele Menschen zum Spielball von Demagogen werden. Krisen wie die Klima- oder die Corona-Krise zeigen eindringlich: Die großen Herausforderungen der Zeit sind im Sinne des Erziehungswissenschaftlers Wolfgang Klafki »epochaltypisch« – sie sind global, weil sie über die Welt hinweg vernetzte Gesellschaft betreffen; interdisziplinär, weil sie nicht nur aus einem Fach heraus beleuchtet werden können; ethisch, weil sie immer einen moralischen Kern in sich tragen. Global, interdisziplinär, ethisch – wenn man diesem Anspruch die Bildung gegenüberstellt, die Schulen derzeit vermitteln, zeigt sich ein Problem: Das Kognitive dominiert in Lehrplänen, die von Lehrplänen abgeschrieben worden sind und diese wiederum von Lehrplänen  davor, um ein Bonmot von Erich Kästner aufzugreifen.

 Musisches ist häufig nur Präambellyrik. Daran ändert auch die viel beschworene »Kompetenzorientierung« wenig. Menschen lernen heute über immer weniger immer mehr – und vergessen es in einem atemberaubenden Tempo. Natürlich, das deutsche Bildungssystem erzielt immer wieder messbare Erfolge. Doch die für aktuelle Herausforderungen wesentlichen Facetten von Bildung lassen sich nicht so einfach messen. Sind es Verzicht und Demut, die bei der Klimakrise oben stehen, so ist aktuell Solidarität gefordert. Es ist die Stunde der Werte. Bildung umfasst nicht nur Wissen und Können, sondern ebenso Herz und Charakter, nicht nur das Wahre, sondern auch das Schöne und das Gute. Es geht also um all das, was den Menschen zum Menschen macht. Kurzum: Es geht um Haltungen. Wie lässt sich eine solche Bildung in Schulen erreichen? Erstens ist eine umfassende Entrümpelung der Lehrpläne notwendig. Das Ziel dabei ist nicht, Schule leichter zu machen, sondern herausfordernder, weil sinnvoller. Wird nämlich neue Lernzeit frei, kann man mehr in die Tiefe gehen. Zweitens kann man dann einen »Epochenunterricht« umsetzen: Über mehrere Wochen hinweg arbeiten Lernende in allen  Fächern an aktuellen Themen wie Klima oder Corona; sie eignen sich dabei sowohl fachliches Wissen als auch überfachliche Fähigkeiten an. Drittens kann man Musik, Kunst und Sport endlich mehr Aufmerksamkeit widmen. Schule lässt sich indes nur umgestalten, wenn man auch die Lehrerbildung ändert: Hier sind ähnlich wie an Schulen »Epochenmodule« notwendig. In diesen setzen sich angehende Lehrpersonen mit aktuellen  Herausforderungen auseinander, erschließen diese aber nicht nur in ihren eigenen Fächern, sondern arbeiten interdisziplinär: eine angehende Physiklehrerin mit einem Religionslehrer und einem Deutsch-Studierenden zum Beispiel. Damit lernen sie selbst nicht nur, über den Tellerrand zu blicken, sondern sie entwickeln auch Teamfähigkeit, durch die der Lehrerberuf professioneller wird. Zudem lohnt es sich, Prüfungsformate zu überdenken. Seit Jahr und Tag fordern wir von angehenden Lehrern perfekte Prüfungsstunden. Warum eigentlich? Man bedenke, dass eine Lehrerin im Lauf ihres Lebens 35.000 Schulstunden zu unterrichten hat – und keine davon  absolut perfekt sein wird. So gesehen ist doch nicht derjenige professionell, der keine Fehler macht! Sondern derjenige, der im Fehler den Motor der Entwicklung sieht. Die Erziehungswissenschaft, die für die Lehrerbildung den wissenschaftlichen Rahmen stellt, braucht ein Selbst- und Weltverständnis, das nicht nur misst und alles, was sich nicht messen lässt, ausklammert. Normative Fragen fallen sonst aus dem Fokus. Doch auch sie sind wissenschaftliche Fragen – sie brauchen aber andere Zugänge. Die Corona-Krise wird nicht die letzte Krise sein. Damit wir auf die nächste bestens vorbereitet sind, müssen wir anfangen, Bildung neu zu denken.

Tagebucheintrag vom 19. November 2020

Gestern lobte ich meine Sekretärinnen, heute lobe ich die Schulleitung. Was meine beiden Stellvertreter, die Stufenleitungen und die Organisationsleiterin gerade in diesen Zeiten für einen Job machen, ist einfach großartig. Natürlich habe ich selbst viel zu tun und spüre die Verantwortung, die ich habe, mehr denn je. Aber, dass es so funktioniert, wie es funktioniert, liegt an der grandiosen Zusammenarbeit von uns 8 Schulleitungsmitgliedern. Wir arbeiten hochprofessionell zusammen und können uns aufeinander verlassen. Wir können auch uneins sein, am Ende gelingt es uns dennoch immer zu einer für alle zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Es ist schön jeden Tag an einen Ort zu kommen, an dem sich ausnahmslos auf alle freut, mit denen man dieses Unternehmen leitet. Danke ihr Lieben.

Tagebucheintrag vom 18. November 2020

Ich bin so was von stolz auf mein Sekretariat. Als ich den Damen vor Jahren damit drohte, die Akten der Schülerinnen und Schüler und viele anderen Akten zu digitalisieren und aus dem Sekretariat herauszuschaffen, waren sie wenig begeistert. Steinigende und strafende Blicke versuchten mich von diesen Plänen abzubringen. Die Stadt Landau hat ein Dokumentenmanagementsystem. Dieses wollte ich haben, schließlich ist die IGS ja eine städtische Einrichtung. Man erklärte mir, dass das nicht ginge, weil vorher alle Ämter digitalisiert werden müssten. Auch mein Argument, dass es doch eigentlich wünschenswert wäre, wenn sich jemand freiwillig meldet, zog nicht. Schließlich hatte man einen Plan und der durfte nicht verändert werden. Also machten wir uns selbst auf den Weg. Und dann kam im März Corona und mir die Idee diese bleierne Zeit wenigstens für etwas Sinnvolles zu nutzen. Vor den Sommerferien 2020 waren alle 1000 Schülerakten, manche haben über 100 Seiten, eingescannt und ordentlich in einem Register abgelegt. Nach den Sommerferien wurde das Archiv gründlich entrümpelt, sämtliche Akten kamen aus dem Sekretariat, dort stehen jetzt 3 wunderschöne Sitzgelegenheiten, die Sekretärinnen werden nicht eingerahmt von großen Schränken, sondern sind in voller Pracht und Schönheit zu bewundern. Derzeit arbeiten sie an den Personalnebenakten, dieser Schrank steht im Büro der Organisationsleitung, die auch schon Pläne für eine Couch im Büro hat. Solch ein Sekretariat kann man echt gebrauchen.

Tagebucheintrag vom 17. November 2020

Wir haben uns ja dazu entschlossen keinen Tag der offenen Tür zu machen, wie wir und sie ihn alle kennen und mögen. Es ist einfach nicht zu verantworten. Wir wollen durch unsere kleinen Filme auf der Homepage und auch durch sehr individuelle Führungen von Schülern Ihnen gerne unsere Schule zeigen. Mehr geht leider nicht. Wir werden hoffentlich im nächsten Winter wieder zu dem zurückkehren, was unsere Schule auch so richtig schön macht. Die Schülerinnen und Schüler, die Sie durch das Haus führen, sind Kinder, die dies täglich oder sehr oft in ihrer Freizeit machen und ich möchte ihnen auf diesem Weg einmal ein dickes Lob aussprechen. Ihr seid einfach klasse!

Tagebucheintrag vom 16. November 2020

In meinem heutigen Beitrag geht es um ein schwieriges Thema, um Anstrengungsbereitschaft und um die Ermöglichung von Anstrengung. Es geht darum, was wir uns unter Anstrengung wirklich vorstellen. Haben unsere Kinder wirklich die Möglichkeit sich anzustrengen? Was fordern wir von ihnen? Was muten wir ihnen zu? Was räumen wir ihnen aus dem Weg? Was sollten wir keinesfalls aus dem Weg räumen? Was sollten sie selbst aus dem Weg räumen? Im 9. Jahrgang sind wir dieses Jahr mit der Idee eines I-Pad-Jahrganges gestartet. I-Pads kosten viel Geld. Ist es jungen Menschen mit 15 Jahren zuzumuten durch eigener Hände Arbeit dieses I-Pad zu finanzieren? Welchen Grund gibt es dafür, dass doch einige Erwachsene mir daraufhin Unverständnis und noch einiges andere mehr entgegenbrachten. Lasst uns darüber nachdenken, ob wir alle, und da schließt sich der Schreiber der Zeilen mit ein, unseren Kindern mehr zumuten sollten. Es fängt beim in die Schule kommen an, geht über Hilfen im Haushalt oder im Garten, über das Kehren der Straße und der Erledigung von Einkäufen bis dahin sich Luxusartikel wirklich selber zu verdienen. Auch wenn wir es könnten, ist es möglicherweise nicht gut alles aus dem Weg zu räumen.  Ich bin begeisterter Fußballer und beobachte den internationalen Fußball seit vielen Jahren. Wenn ich an den professionellen Fußball denke und mir die Mannschaften betrachte, dann fällt mir auf, dass zum Beispiel die französische Nationalmannschaft ohne die Spieler, deren Familien aus den ehemaligen afrikanischen Kolonien kamen, gar nicht auflaufen könnte. Auch im deutschen Fußball spielen Spieler aus anderen Nationen eine sehr große Rolle. Ich glaube, dass das auch, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, an der Sattheit in unserem Lande hängt. Muten wir unseren Kindern wirklich etwas zu, sie werden es uns irgendwann danken.

Tagebucheintrag vom 13. November 2020

Wir planen derzeit eine neue Homepage an den Start zu bringen und haben professionelle Begleiter. Eine Vorbereitungsgruppe hat ein Konzept entworfen und vorgestellt. Ich selbst bin absoluter Laie in Homepage-Fragen und wundere mich, was alles zu bedenken ist. Da es über alle möglichen Dinge Forschungsergebnisse gibt, gibt es die auch in Bezug auf das Leseverhalten von Homepages. Ich meine damit, wie lange im Durchschnitt Menschen bereit sind zu lesen, zu verweilen oder sich auf auch längere Texte einzulassen. Es geht oft darum plakativ zu sein und nicht zu viele Wörter auf einer Seite zu haben. Das ist auf der einen Seite bedauerlich, auf der anderen Seite muss man sich sicher darauf einstellen. Eine Homepage will gefüllt sein mit Texten und Bildern, wir haben die Arbeiten verteilt an Schüler, Lehrer, Eltern und alle Schulleitungsmitglieder und hoffen noch in diesem Jahr die neue Homepage veröffentlichen zu dürfen.

Tagebucheintrag vom 12. November 2020

Ich habe mir heute mehrmals am Tag Gedanken über all jene Menschen gemacht, die, wenn sie nach Hause kommen, niemanden sehen, kein Kind, keinen Partner, einfach niemanden. Wie kommen die derzeit zu Recht? Wie überstehen die einen Novembertag? Oder ganze Novemberwochen. Alle Orte, die ihnen Begegnung ermöglichen, sind unerlaubt. Die Menschen mit Kindern und Partnern beschäftigen sich mehr denn je mit sich selbst und stehen auch nicht zur Verfügung. Ich komme auf diese Gedanken, weil ich in der Kommunikation mit Menschen dies immer wieder höre oder spüre. Gestern wurde eigentlich St. Martin gefeiert. Witzig finde ich immer, dass in diesem Fall auch nichtgläubige Menschen gerne mitfeiern. Es sei ihnen gegönnt. Das ist so ähnlich wie in meinem Religionsunterricht, wenn mir meine Schüler erklären, dass sie ja auf jeden Fall in Weiß in der Kirche heiraten möchten aber sonst mit dem Verein nichts am Hut haben wollen. Aber zurück zu St. Martin. Wie viele St.Martins-Begegnungen konnten denn gestern gar nicht stattfinden, weil es eben im Moment verboten ist und was bedeutet das für eine Gesellschaft. Hoffentlich ist Corona bald vorbei.

Tagebucheintrag vom 11. November 2020

In der vergangenen Woche hatten wir einen Tag, an dem wir uns, zwar virtuell, ein kleines Stück weiter entwickelt haben. Talent-Company heißt das Stichwort. Ich bin schon ein wenig stolz, dass es gelungen ist dieses tolle Projekt an unsere Schule nach Landau zu holen. Talent-Company ist ein Projekt der Strahlemannstiftung. Am 09.12.2020 werden wir die Eröffnung der Talent-Company an unserer Schule feiern, leider nicht so wie wir es tun würden, wären wir in normalen Zeiten. Talent-Company ist die Idee das Leben nach der Schule richtig gut vorzubereiten. In diesem Raum finden Schülerinnen und Schüler alles, was sie brauchen, um den für sie passenden Beruf zu bekommen. Dort ist alles vom Feinsten. Dort gibt es einen Bereich, um Workshops mit Unternehmensvertretern zu machen, I-Pads, um im Internet nach Berufen oder Praktikumsstellen zu suchen, eine Möglichkeit für Unternehmen sich zu präsentieren, einen Loungebereich, in dem Einzel- oder kleine Gruppengespräche möglich sind und, das ist ganz wichtig, eine sogenannte Jobwall, auf der Firmen sich präsentieren können und Angebote für Praktika und Ausbildungsplätze veröffentlichen können. Wir hatten nun einen sogenannten runden Tisch mit vielen Firmen und Unternehmen, die Jobwallpartner werden wollen. Endlich haben wir in der Schule einen Ort, an dem alles zusammenläuft und gebündelt wird was Berufs- und Studienorientierung meint.

Tagebucheintrag vom 10. November 2020

Hätten wir eine Montagmorgenbegrüßung würden wir ganz viele Schülerinnen und Schüler loben können. Zum einen haben Schüler beim Cambridge-Certificate teilgenommen und sehr gut abgeschnitten. Unser Glückwunsch geht auch an Schülerinnen und Schüler, die beim Wettbewerb "Leben mit Chemie" Ehren- und Siegerurkunden erhalten haben. Beim Bundeswettbewerb "Mathematik" hat Tim Adam aus der Klassenstufe 13 einen 3. Platz bei bundesweiter Konkurrenz erreicht. Mein Dank an Inka Weigel, Jürgen Geenen und Reiner Möwald, allesamt Lehrkräfte an unserer Schule, die sich über die Maßen für unsere Schüler einsetzen.

Tagebucheintrag vom 09. November 2020

Heute ist ein historisch bedeutender Tag und zwar in vielfacher Hinsicht. Das wohl wichtigste Datum ist der 09.11.1938, der ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte einläutet, in dieser Nacht brannten Synagogen in ganz Deutschland. Dies war sicher das größte Zeichen, dass die Idee Hitlers die Juden zu vertreiben und zu vernichten spätestens dann in die Tat umgesetzt wurde. Was daraus folgte, wissen wir alle. An dem Tag fiel auch die Mauer in der damaligen DDR, dass der Gedenkfeiertag auf den 03.10. gelegt wurde, liegt daran, dass man aus Respekt dem Datum gegenüber nicht zwei Tage, die die deutsche Geschichte so geprägt haben, auf ein Datum legen wollte. Für uns als Schule hat dieses Datum auch noch einmal einen ganz anderen schulischen Aspekt. Wir versuchen Schule zu reformieren, zu erneuern. Wir tun dies gemeinsam mit Schulen aus ganz Deutschland. Wir sind Mitglied im Reformschulverbund "Blick über den Zaun". Dieser wurde von einer Gruppe von Schulen am 09.11.1989 gegründet. Noch heute treffen wir uns und ringen gemeinsam um einen guten Weg.

Tagebucheintrag vom 06. November 2020

Heute habe ich einen Brief erhalten, nach dessen Lektüre mir nichts mehr einfällt. Es geht um das Thema "Maskenverweigerung" und darum, dass die Initiative "Querdenker" daran denkt am kommenden Montag, den 09.11.2020, vor Schulen an Kinder und Jugendliche nutzlose Masken zu verteilen. Der Chefinitiator hat dies zwar dementiert, dennoch schwebt die Idee weiter im Raum. Ich habe mich dazu entschlossen diesen Brief nicht weiterzugeben, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ein paar Verweigerer so viele Menschen mobilisieren können, dass vor den Schulen in Deutschland eine solche Aktion stattfinden kann. Diese kleine Gruppe ist eigentlich bedeutungslos und findet medial doch viel Gehör. Ich würde sie durch die Straßen der Stadt spazieren lassen und viel weniger darüber berichten. Schließlich brauchen wir Platz in unseren Zeitungen und Nachrichtensendungen.

Tagebucheintrag vom 05. November 2020

In den letzten beiden Tagen haben wir uns mit den Direktorinnen und Direktoren der weiterführenden Schulen Landaus und gestern mit den südpfälzischen Integrierten Gesamtschulen getroffen. Da waren jeweils 7 oder 8 Menschen zusammen. Wir genossen es sehr uns leibhaftig zu sehen. Wie sehr fehlt uns doch im Alltag Gestik und Mimik. Das fällt einem bei einer solchen Gelegenheit richtig auf. Besonders interessant war es gestern mit Vertretern des Ministeriums zu sprechen und unsere Anregungen mitzuteilen. Es ist nicht einfach in der jetzigen Zeit Entscheidungen zu treffen, was verantwortbar ist und auch machbar. Ich möchte nicht in der Haut von Politikern stecken, die Lösungen vorschlagen und durchsetzen müssen. Was ich mir wünsche, ist bei einer durchaus irgendwann wieder denkbaren Schulschließung, dass die einzelnen Schulen flexibel darauf reagieren können. Schließlich sind wir allein von den Gebäuden her nicht miteinander zu vergleichen. Wenn geplant wird, dass weniger Schüler gleichzeitig in der Schule sind, würde ich gerne die Klassenstufen 5 und 6 stets mit allen Schülern in der Schule haben. Ab Klassenstufe 7 ist es einfacher auch zu Hause zu regeln.

Tagebucheintrag vom 04. November 2020

Auf dem Weg zu einer Digitalisierung gibt es viel zu tun. Eine große Baustelle ist unser Internetanschluss. Wir haben als Schule den gleichen Anschluss wie eine Einfamilienhaus. Das heißt, dass in unserer Straße die Anwohner den genau gleichen Anschluss haben wie wir. Dies führt bei einer zunehmenden Anzahl von I-Pads in unserer Schule zu großen Schwierigkeiten. Dieses Problem haben viele Landauer Schulen. Dieser Zustand herrscht im übrigen in vielen rheinland-pfälzischen Städten und Gemeinden. Auch in anderen Bundesländern ist dies wohl bekannt. Heute rächt sich das Verschlafen der digitalen Revolution in Deutschland. Ich spreche bewusst von einer digitalen Revolution, weil die daraus sich ergebenden Möglichkeiten unsere Gesellschaft sehr verändern werden. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Wie schnell es uns gelingt aufzuholen und Deutschland insgesamt aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, wird entscheidend sein für den Reichtum und den Wohlstand, den hierzulande viele Menschen genießen. Es hängt viel davon ab. Unser Internetproblem ist nur ein Zeichen.

Tagebucheintrag vom 03. November 2020

Wir sind zur Zeit in der Planung für das kommende Schuljahr. Auch da werden wieder 112 neue Schülerinnen und Schüler in der Klassenstufe 5 einsteigen. In normalen Jahren wären jetzt die Informationsveranstaltungen aller Landauer Schulen. Ein Tag der offenen Tür würde in der letzten Novemberwoche den Höhepunkt darstellen. Dieses Jahr ist alles anders. Kein Tag der offenen Tür, keine Veranstaltungen, auf den Websiten der Schulen stellen die einzelnen Schulen durch Filme und Fotos und Texte dar, wie das Leben und Lernen an der jeweiligen Schule ist. Wenn man nun einen Film drehen möchte, der in einer attraktiven Weise die Schule erklärt, ist das in diesen Zeiten eigentlich nicht möglich. Vieles von dem, was eine gute Schule ausmacht, ist nicht zeigbar. Gute Schule bedeutet Nähe, Beziehung, Zusammensein, alles verboten. Wir haben uns entschlossen Filme einzustellen, die einzelne Schwerpunkte unserer Schule beleuchten und einen Film zu drehen, in dem Schülerinnen und Schüler ihre Schule erklären, kein Hochglanzprodukt eines professionellen Filmers, sondern homemade. Viel Spaß damit. Der Film wird in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Tagebucheintrag vom 02. November 2020

Der 9. Coronamonat hat begonnen und wir beschäftigen uns an den Schulen auch mit Dingen, von denen wir gar keine Ahnung haben. Wir müssen uns mit Briefen und Mails herumschlagen, die uns überfordern. Zum Glück gibt es für Schulleitungen juristische Hilfen von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt.  Schade, dass es so weit kommen muss, aber Menschen gehen in Krisen unterschiedlich mit derselben um. Uns alle beschäftigt die Wahl in den USA, deren Ausgang wird auch für Deutschland bedeutsam sein. An einer Stelle machen mir persönlich die Entwicklungen in den USA Angst. Schließlich kommt zeitverzögert genau das auch in Europa an. Da behauptet ein seltsamer Mensch ständig Dinge, ohne sie beweisen zu können und verbreitet diese über die sogenannten sozialen Medien und zwar so lange, bis sie von vielen Millionen anderen Menschen geglaubt und geteilt werden. Ich habe heute mit meinen Schülern einen Film über Evangelikale in den USA angeschaut, die lernen, dass Noah 600 Jahre alt war, als er die Arche baute und sie glauben das wirklich. Falschnachrichten, die zu Wahrheiten werden und eine verunglimpfende Beurteilung der freien Presse mit dem Schimpfwort "Mainstreampresse", das sind die Mittel, die Menschen einsetzen, um ihre wirklichkeitsverzerrenden Lügen zu verbreiten. Da wird auch bei uns in diesem Land eine Menge zu tun sein.

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