IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schulleiters Tagebuch

Schulleiters Tagebuch

Tagebucheintrag vom 18. Juni 2019

Heute war am Abend die Präsentation der Schülerinnen und Schüler zu ihrer Herausforderung. Ich war quasi dieses Mal in einer Doppelrolle. Als Schulleiter und als Vater. Ich muss zugeben, dass es mir sehr schwerfällt nur als Vater dazusitzen und ruhig zu sein und es auszuhalten, wenn ich nichts zu sagen habe. Ich war dann doch ruhig. In einem ersten allgemeinen Teil für alle stellten drei Schüler, die schon lange bei uns sind und in der 12. Klasse sind, ihre Erfahrungen mit dem Thema Herausforderungen vor. Es ist schon beeindruckend, wenn man spürt, wie sehr der Einzelne von dem Projekt profitiert. Bei der Präsentation des Projektes meiner Kinder, stellte ich fest, dass viele Schüler ganz viel lernen müssen und dass es eine Herkulesaufgabe ist mit Schülerinnen und Schülern, die sich jetzt in den Klassenstufen 7 - 9 befinden, zwei Wochen lang ein Projekt zu stemmen. Geduld und Hingabe sind die Tugenden die es dazu braucht und davon brauchen die Lehrkräfte einen ganzen Sack voll. Hut ab Kollegen.

Tagebucheintrag vom 17. Juni 2019

Das Sekretariat braucht im Moment keine Hände, sondern Tentakel. Die drei Mädels wissen nicht, wo sie zuerst anfangen sollen, wem sie zuerst unter die Arme greifen sollen. Hier heißt es sortieren können. Eins nach dem anderen und das in einer Atmosphäre, in der Geduld nicht das erste Gebot der Stunde ist. Ich bewundere mein Sekretariat über die Maßen. Klar ist ein Sekretariat das Herz der Schule. Solange es schlägt ist alles gut. Aber was gerade in dieser Zeit läuft ist Hochleistungssport. Zeugnisse vorbereiten, Schulbuchausleihe regeln, Schulleiters Tagebuch schreiben, der frechen Organisationsleiterin zuhören, Lehrer trösten und vieles mehr. Ein großes Lob an die drei Damen! Ich bin froh, dass ich euch habe....

Tagebucheintrag vom 14. Juni 2019

Eigentlich wäre heute die Abschlussfeier der 9. und 10. Klassen gewesen. Doch dieser Termin wurde verboten, deshalb werden wir am nächsten Mittwoch, also 3 Schultage später, den Abschluss feiern. Natürlich waren diese 3 Tage für die Entwicklungen der Schülerinnen und Schüler enorm wichtig. Entscheidende Weichenstellungen, neue Erkenntnisse und sehr konzentrierte Arbeiten in den Fächern mit hochmotivierten Schülerinnen und Schülern, die mit gespitztem Bleistift den Lehrern lauschten und ihre Aufgaben erfüllen, machen im Nachhinein diese Entscheidung mehr als sinnvoll. Zum Glück hört man andernorts nicht auf die Menschen in der Praxis, schließlich kann man vor Ort das gar nicht überblicken. Ich freue mich auf die kommenden Entscheidungen.

Tagebucheintrag vom 13. Juni 2019

Heute Morgen war ich den ganzen Morgen im Stadion. Die Schülerinnen und Schüler des Sport-LKs hatten quasi schon jetzt in der 11. Klasse eine Prüfung unter Abiturbedingungen im Bereich Leichtathletik. Diese Veranstaltung findet deshalb statt, weil bei der eigentlichen Prüfung im zweiten Halbjahr der 12. Klasse ein verletzter Schüler einen Ersatztermin braucht. Dieser Ersatztermin war heute. Insgesamt freue ich mich sehr über das gezeigte Niveau. Alle haben etwas gelernt. Ob die Start- und Lauftechnik beim Kurzstreckenlauf, ob eine zum Teil wirklich ansehnliche Weit- und Hochsprungtechnik oder richtig gute Leistungen beim Mittelstreckenlauf. Die schwierigste Disziplin ist auch für diese Schüler eine aus dem Bereich des Werfens. Ob Kugelstoß-, Diskus- oder Speerwurf, auch beim intensiven Üben im Sportunterricht, merkt man hier wie anspruchsvoll die richtige Technik ist. Ganz bewundernswert die Leistung eines Schülers, der in den anderen Disziplinen eher ausreichende Leistungen erbrachte, beim Diskuswurf. Seine Drehungen und sein Abwurf waren wir aus einem Guss, die Leistungen richtig großartig, bravo dafür. Und ein bravo für meinen Kollegen Freddy, der viel Struktur und viel Herz in die Gruppe bringt. Ein Lehrer, der seine Gruppe mit eiskalten und wohlschmeckenden Melonenscheiben versorgt, ist doch ein toller.

Tagebucheintrag vom 12. Juni 2019

Heute hatte ich eine Besprechung mit Hannah. Sie ist die Hauptverantwortliche für einen Sommerball oder ein Sommerfest, welches am kommenden Montag von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 12 durchgeführt wird. Immer mal wieder treffen wir uns, sie erzählt mir, was gerade der Planungsstand ist, braucht irgendeine kleine Unterstützung, manchmal glaube ich das Wichtigste ist die Bestätigung, dass das alles schon gut laufen wird. Was ich an dieser Veranstaltung besonders schätze, ist das Engagement der Schüler aus dem 12. Jahrgang. Es ist ihre Idee und sie setzen es auch tatsächlich in die Tat um. Vieles von dem was in der Schule geschieht, wird von Lehrerinnen und Lehrern gemeinsam mit Schülern angestoßen. Was dabei herauskommt sieht man jetzt beim Projekt Sommerball, Schüler, die jetzt wirklich alles alleine organisieren können, das ist doch prima. Ich bin stolz auf Hannah und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Tagebucheintrag vom 11. Juni 2019

Heute wird der Tag lang sein, schließlich finden in den 9. und 10. Klassen bereits die Notenkonferenzen statt. Da wird beschlossen werden, welche Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen, welche in die Klassenstufe 10 bzw. 11 vorrücken und damit bei uns weitermachen. Da wird es sicherlich wieder auch Fälle geben, die ganz schwierig sind. Hier weiß ich, wie sehr alle Beteiligten um den richtigen Weg ringen werden und dann hoffentlich die richtige Entscheidung treffen können. Es geht dabei immer darum einzuschätzen, was gut für das Kind ist. Und am Ende des Tages ist man sich in ganz wenigen Einzelfällen auch nach einem gefassten Entschluss niemals ganz sicher, ob die getroffene Entscheidung die richtige ist. . Aber auch hier gilt ein Prinzip, welches meines Erachtens diese Schule ausmacht. Scheitern ist erlaubt, Fehler dürfen gemacht werden. Auch wenn ein Schüler beispielsweise die Schule verlassen muss, ist der Weg nicht zu Ende. Es gibt Alternativen und die gilt es anzupacken.

Tagebucheintrag vom 07. Juni 2019

Ich bewundere meine Kolleginnen und Kollegen. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I haben heute keinen Unterricht. Dafür führen die Lehrkräfte zum Teil den ganzen Tag Entwicklungsgespräche. Das ist schon der Wahnsinn. Wenn du heute 8 oder 10 Gespräche führst, hast du dann am Abend dich über das Leben und die Arbeit in der Schule von 8 - 10 jungen Menschen unterhalten und dabei jeweils die Eltern mit eingebunden. Sich hier auf jeweils unterschiedliche Konstellationen einzustellen und spontan richtig zu reagieren, ist wirklich nicht einfach. Da gibt es die ganze Palette, Kinder, die nicht sprechen, die sich nicht trauen zu sprechen, Eltern, die nicht verstehen warum das Gespräch auf jene Art und Weise geführt wird und ständig versuchen vor den Lehrkräften dem Kind klar zu machen, was es alles nicht tut. Klar, jene Eltern haben in der Schule stets erlebt, dass man die Fehler anstreicht und auf ihnen herumreitet. Wenn sie nun in einem Schüler-Lehrer-Elterngespräch weitgehend zuhören sollen und ihrem Kind zuhören sollen, sind sie das nicht gewohnt. Es gibt aber auch jene Eltern, die genauso stolz wie ihr Kind aus den Gesprächen herausgehen und sich freuen, dass die IGS Landau eine so tolle Schule ist und ihr Kind dort sein darf.  

Tagebucheintrag vom 06. Juni 2019

In der Zeit, in der wir uns jetzt gerade befinden, gibt es viel zu tun. Es gibt eigentlich immer viel zu tun. Aber 28 Entwicklungsgespräche zu führen, Abschlussfeiern vorzubereiten, Noten zu machen, den Schuljahresanfang jetzt schon im Blick zu haben, das ist ganz schön anstrengend. Was meines Erachtens und ich bin nach reiflicher Überlegung wirklich sicher, dass das nicht mit dem zunehmenden Alter zu tun hat, zunimmt, sind unsere Fälle, in denen Schülerinnen und Schüler in großen Schwierigkeiten stecken. Und hier gibt es die ganze Palette, sich trennende Erwachsene, Gewalt in der Familie, Schulmüdigkeit, Selbstverletzungen, völlige Unlust, Angst. Ich habe das Gefühl, dass das zunimmt. Ich habe das Gefühl, dass diese Gesellschaft in ihrer rasenden Lebensgeschwindigkeit die Menschen überfordert. Wir in der Schule müssen dabei eine Rolle übernehmen, für die wir uns doch manchmal nicht ausgebildet fühlen. Du musst Lehrer sein, Psychologe, Pädagoge, Polizist, Kinderretter, Vater, Mutter, Freund. Ich habe ja schon einen ganzheitlichen Blick auf meinen Beruf. Aber das, was ich in diesem Tagebuch eintrage, überfordert mich selbst, vor allem auch am Ende eines Schuljahres.

Tagebucheintrag vom 05. Juni 2019

Die Personalrekrutierung verlangt in diesem Jahr ganz besonders Geduld. Nichts ist klar. Das ärgert mich sehr und nicht nur mich, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen im Land, die guten Lehrern keine dauerhafte Anstellung bieten können, sondern lediglich Zeitverträge. Da wird auf letzter Rille gefahren, die Kollegen werden belastet, einzelne Kollegen, die bereits Jahre auf eine Festanstellung gewartet haben, vertröstet und Menschen hin- und hergeschoben. Ich meine dabei nicht die Abordnungen von bereits verbeamteten Lehrern, die von einer Schule an eine andere Schule abgeordnet werden. Die Zumutung für die hält sich eher in Grenzen. Aber dies ist meines Erachtens tägliches Geschäft. Wenn die Schülerzahlen sinken und zu viel Lehrer an einer Schule sind, müssen sie an eine andere, wo sie gebraucht werden. So ist das eben. Mir geht es vielmehr um die, die seit 4 oder 5 Jahren sehr ordentliche Arbeit machen und eben immer noch nicht wissen, ob sie im nächsten Schuljahr noch Geld verdienen.

Tagebucheintrag vom 04. Juni 2019

Heute und morgen gibt es eine Fortbildung im Haus zum Thema "Profil - AC". Lehrkräfte sollen dazu befähigt werden Schülerinnen und Schüler biographisch zu begleiten. Es geht beim Profil-AC letztendlich darum, dass die Schüler eine Einschätzung darüber erhalten, was sie gut können, was ihre Ressourcen sind und welche beruflichen Entscheidungen daraus erwachsen können. Da das gar nicht so leicht ist, denken wir dabei auch immer an unsere eigenen Entscheidungen, braucht es zwei Fortbildungstage, in denen das professionelle Lehrerhandeln erweitert wird. Ich bin sehr gespannt, ob die Kollegen davon profitieren.

Tagebucheintrag vom 03. Juni 2019

Ich freue mich sehr, dass diese Woche das Ramadanfest ist. Für die Schülerinnen und Schüler, die muslimischen Glaubens sind und den Ramadan praktizieren, sind die vier Wochen schon eine anstrengende Zeit, zumindest dann, wenn die Temperaturen hoch sind und es dem Ende der vier Wochen zugeht. Wenn ich mich mit Kindern unterhalte, bekomme ich dennoch durchaus differenzierte Rückmeldungen. Einige machen deshalb nicht mit, andere freuen sich sehr, wenn der Ramadan vorbei ist, wieder andere fühlen sich pudelwohl und sind stolz auf sich vier Wochen eine Zeit des täglichen Fastens zu absolvieren. Ich glaube ein wichtiger Punkt ist die Einstellung. Wie immer im Leben. Welche Einstellung habe ich? Welche Haltung? Mag ich Kinder oder mag ich sie nicht. Die Antwort auf diese Frage entscheidet übrigens wer ein guter und wer ein schlechter Lehrer ist.

Tagebucheintrag vom 29. Mai 2019

Heute war wieder einer der schönsten Tage im Schuljahr. Die Bundesjugendspiele sind einfach eine wunderbare Veranstaltung. Besonders freut mich immer die Teilnahme von Kindern, die sich eben nicht so leicht tun. Wenn sie sich anstrengen und wirklich ihr Bestes geben und das genauso gelobt wird wie die Spitzenleistung eines echten Sportlers, dann sehe ich, dass wir doch etwas richtig machen. Die Atmosphäre ist großartig, wie Lehrer und Schüler miteinander umgehen, wie man gemeinsam lacht, wie man gemeinsam beschummelt, das ist einfach schön mit anzusehen. Ich lasse es mir nicht nehmen den Starter zu mimen und mache auch hier Jahr für Jahr die gleichen Erfahrungen. Kind, die topvorbereitet mit dem Tiefstart starten und andere, die mich fragen, ob sie den Startblock unbedingt brauchen. Und fürwahr, bei einigen ist ein Start mit dem Block nicht sinnvoll, ganz nach dem Prinzip: Bevor ich auf die Schnauze falle.......Ach, übrigens das Abschlussspiel von Lehrern gegen Schüler der 10. Klassen ging so aus, wie es die vergangenen Jahre immer ausging, die Lehrer gewinnen.

Tagebucheintrag vom 28. Mai 2019

Es ist tatsächlich gelungen, die Schulen Landaus sind aufgefordert ihre Vorstellung zum Thema "Digitalisierung" zu Papier zu bringen. Und wir haben ein gemeinsames Schreiben aller Schulen Landaus auf den Weg gebracht, das den Schulträger, die Stadt Landau, fordert. Es ist quasi ein Vierpunkteplan

1. Der Schulträger sorgt für eine ausreichende WLAN-Ausleuchtung mit Schüler- und Lehrerzugang.

2. Jede Schülerin und jeder Schüler gehen mit einem digitalen Endgerät in die Schule.

3. Die Möglichkeit einer digitalen interaktiven Präsentation und die damit verbundene Wiedergabe aller medialer Inhalte in optimaler Darstellung ist gewährleistet. Alle Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte haben die Möglichkeit mit ihrem (End-)Gerät auf den Präsentator zuzugreifen bzw. sich zu verbinden.

4. Die Server des Verwaltungsnetzes und der Schülernetze werden vom Schulträger, auf Wunsch der Schule, gehostet.

Tagebucheintrag vom 27. Mai 2019

Heute Abend waren wir in Landaus Festhalle beim Schulkulturfestival vertreten. Die Gruppe Darstellendes Spiel des 7. Jahrganges präsentierte einen Trailer ihres neusten Theaterstückes und machten das gut besetzte Haus darauf aufmerksam, dass etwas "Großes" zu erwarten sei. Den Reaktionen war zu erspüren wie gerne man nicht nur den Trailer, sondern auch das ganze Stück erlebt hätte. Insgesamt war das Schulkulturfestival eine schöne Veranstaltung quasi ein Kaleidoskop der kulturellen Vielfalt der Schulen in Landau. Besonders hat mich der Beitrag der Paul-Moor-Schule beeindruckt. Mit geistig beeinträchtigten Kindern einen derart präzisen von Herz erfüllten Beitrag zu liefern, zu trommeln, dass die Hände bluten und zu singen, dass das Wasser fließt, das war einfach schön und sehr anrührend. Ich freue mich auf das nächste Jahr.

Tagebucheintrag vom 24. Mai 2019

Gestern waren wir auf dem jüdischen Friedhof in Landau. Zusammen mit den Schülern vom OHG und vom MSG wird eine Gruppe unserer Schüler den jüdischen Friedhof in Landau pflegen. Wir haben das Gräberfeld, in welchem die am jüngsten Verstorbenen liegen. Neben der Pflege wird auch die Forschung ein wichtiger Teil der Arbeit sein. Die Geschichten der Menschen, die hier liegen, herauszufinden, z. B. im Stadtarchiv nach Hinweisen zu den Personenquellen zu durchsuchen, wird uns jahrelang beschäftigen. Toll, dass es Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer gibt, die sich dafür einsetzen.

Tagebucheintrag vom 23. Mai 2019

Seit Dienstag sind wir offiziell Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage. Unsere Paten sind der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Landau, Hans-Dieter Schlimmer und die Handballer der Rhein-Neckar-Löwen. Im Beisein unseres Schuldezernenten Dr. Maximilian Ingenthron, unserem Schulamtschef Ralf Müller und Herr Emling, der in Rheinland-Pfalz die Arbeit von Schule ohne Rassismus koordiniert, hielt Hans-Dieter Schlimmer eine wunderbare Rede, in der er uns alle ansprach, wenn es um das Thema Rassismus geht. Mit dem Finger auf andere zu zeigen und selbst nicht zu sehen wo man Vorurteile gegenüber anderen Menschen hat. Er bot an in Zukunft unsere Schule zu begleiten, beispielsweise wenn es auch darum geht sich des Rassismus früherer Zeiten zu erinnern, der zum Beispiel darin endete, dass vom deutschen Boden ein Krieg ausging und sogenannte Konzentrationslager gebaut wurden. So könnte eine Schülergruppe nach Dachau oder Auschwitz fahren, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Er würde diese Gruppe gerne begleiten. Die Rhein-Neckar-Löwen taten das, was sie am Besten können, sie warfen eine Wand ein, die voller rassistischer Begriffe war, dahinter versteckte sich das Schild, das nun am Eingang des Nordhauses hängt und das anzeigt, dass die IGS Landau eine Schule gegen Rassismus ist.

Tagebucheintrag 22. Mai 2019

Heute war eine Veranstaltung zum Klimawandel in unserer Schule. Diese Frage beherrscht die Diskussion der jungen sich für Politik interessierenden Menschen sehr. Sie wird vermutlich auch entscheidend sein für die nächsten Wahlen, wer sich ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt, wird gewählt werden. Zum Glück geht es endlich wieder um Fragen, die wirklich eine Antwort brauchen und nicht etwa die Frage, die die ganzen letzten Jahre die Welt beherrschte. Hier schafften es interessierten Menschen dem Volk vorzugaukeln, dass Deutschland überrannt werde und sich vor Flüchtlingen gar nicht mehr retten könne. Gott sei Dank ist hier bei den Allermeisten die Einsicht gewachsen, dass Deutschland zu Europa gehört und dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft eine ganz normale Geschichte ist.

Tagebucheintrag vom 21. Mai 2019

Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich bereits meinen 5. Sonnenbrand und heute haben wir am Nachmittag tatsächlich nochmal die Heizung angeworfen. Gerade in den Räumen im Norden des Schulgebäudes ist es wirklich kalt. Das ist dann immer eine Abwägung, willst du ökologisch sein oder verschwenderisch. Den Teilnehmern einer Veranstaltung war offensichtlich dann warm genug, diese, die normalerweise bis 17.30 Uhr geht, dauerte diesmal länger. Was mir ganz wichtig ist, Gäste sollen sich bei uns im Haus wohlfühlen. Unser Sekretariat gibt sich wirklich immer große Mühe, ja, die Gäste auch ein wenig zu verwöhnen. Kaffee, Kuchen, Säfte, liebevoll hergerichtete Schnittchen und ein ordentlich gedeckter Tisch, das gehört einfach dazu. Das Lob, das ich dann im Auftrag der Teilnehmer weitergeben darf, tut auch gut.

Tagebucheintrag vom 20. Mai 2019

Heute haben sich bei der Montagmorgenbegrüßung die Kandidatinnen und Kandidaten für die Schülersprecherwahl vorgestellt. In der kommenden Woche werden alle eine Motivationsrede halten, darauf bin ich besonders gespannt. Ebenfalls zu Wort meldete sich eine Schülerin der Oberstufe, sie kam nicht einfach mit dem Hinweis auf die nächste Klimademo nach vorne, sondern machte Werbung für eine ganze Aktionswoche mit Experten der Universität und mit allen, die sich beim Thema Klima engagieren wollen. An der Fülle der Termine, einzelne gehen bis in den späten Abend, sieht man, dass hinter der ganzen Sache eine große Ernsthaftigkeit steckt. Hier geht es nicht darum freitags frei zu haben, sondern um die Sache. Ich ziehe meinen Hut vor solchen Schülern.

Tagebucheintrag vom 17. Mai 2019

Heute war der Abschluss des Projektes "English Drama" dieses Jahr. Dieses Projekt gibt es in unserem Hause seit einigen Jahren und jedes Mal kann man strahlenden Kindern begegnen, die eine Woche lang Theater spielten und Englisch sprachen. Es ist ein richtiger Push für alle Beteiligten. Ganz genauso geht es unseren Siebtklässlerinnen und Siebtklässlern, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern einer Schule aus Hagenau am Meer waren. Sie waren dort nicht einfach baden, es ist auch noch ziemlich kalt um diese Jahreszeit, sondern haben Sightseeing und Arbeiten miteinander verbunden. Wenn man das zusammen am Meer macht, kommen einem dabei einige Gedanken. Und das Schöne ist: Unsere Kinder treffen sich in der nächsten Zeit privat mit den Kindern aus Hagenau. So kann es weitergehen.

Tagebucheintrag vom 16. Mai 2019

Heute war ein außergewöhnlich guter Tag. Schüler der Klassenstufe 8 strömten in ihren Workshop English Drama, Schüler der Klassenstufe 7 und 9 konzentrierten sich auf die Herausforderung im nächsten Jahr. Zudem tagte eine Arbeitsgruppe von Schülern mehrerer Klassenstufen, die sich in Zukunft um den Erhalt des jüdischen Friedhofes in Landau kümmern werden. Sie bereiteten den Besuch des Friedhofs am kommenden Donnerstag vor und hatten in Eberhard Dittus einen ausgewiesenen Experten zu Gast. Das ist für mich Schule machen, an Themen arbeiten und möglichst selbstständig etwas voran bringen. Keiner, der einem vorschreibt, das oder jenes zu tun, ganz viel selbst Selbstverantwortung und Engagement. Ach ja, aus Amerika hospitierten ein Professor und seine Studenten, auch die hatten irgendwie einen ungewöhnlichen Schultag. An so einem Tag freut man sich Schulleiter zu sein.

Tagebucheintrag vom 15. Mai 2019

Am Dienstag wurde in der Turnhalle bzw. in den Umkleideräumen Geld gestohlen. Wieder einmal folgten gutgläubige Kinder dem Rat der Lehrer nicht ihre Geldbörse mit in die Halle zu nehmen und beim Lehrer sicher zu verstauen. Irgendwelche Langfinger haben die ein oder andere Tasche geleert und sind unerkannt verschwunden. Und einen Tag später, nämlich heute, erwischten wir zwei schulfremde Jungs, wie sie an den Außentüren der Sporthalle, die verschlossen waren, rüttelten und versuchten hineinzukommen. Einer meiner Kollegen erwischte sie, nahm sie mit ins Sekretariat, die Polizei wurde informiert, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, Ergebnisse sind noch keine bekannt. Es ist leider so, in Turnhallen oder an anderen Orten wird systematisch geklaut. Das ist im übrigen auch einer der Gründe, warum das Bargeld in unseren Gesellschaften bald verschwunden sein wird und am Ende nur noch eine gesicherte Karte übrig bleibt. Sicherer jedenfalls ist das.

Tagebucheintrag vom 14. Mai 2019

Der Informationsabend für die Eltern unserer neuen 5. Klassen ist jedes Jahr ein schöner Termin. Eine Stunde lang reden Pia und ich. Die Eltern erfahren alles, was sie wissen müssen und können Fragen stellen und erhalten gegebenenfalls auch eine Antwort. In diesem Jahr ist es der Stufenleiterin tatsächlich gelungen mehr zu sprechen als der Schulleiter, möglicherweise werde ich irgendwann doch überflüssig sein. Auch gut. Wenn man sich mit den einzelnen Eltern unterhält, wenn man sie während man spricht anschaut und beobachtet, dann kann man wahrnehmen, wie aufgeregt sie auch sind, wenn sie daran denken, dass ihr Kind im Sommer einen richtig großen Schritt machen wird. Die Freude, die Verunsicherung und alle anderen Vorerwartungen erzeugen eine wunderbare Energie. Irgendwie ist das wie Geburtstag und Weihnachten auf einmal. Beim Begrüßungsfest, welches dieses Jahr am 25. Juni 2019 stattfinden wird sehen wir uns wieder, diesmal mit Kindern, schließlich sind diese ja die Hauptdarsteller. Den Nebendarstellern wurde heftig eingebläut, dass sie in dem Falle, dass ihr Kind nicht mit seinem Freund in eine Klasse kommt, das Heulen tunlichst unterlassen sollen. Im letzten Jahr hat das funktioniert, wie es dieses Jahr wird, das steht in den Sternen.

Tagebucheintrag vom 13. Mai 2019

Heute begann ein wunderbarer Workshop, den wir seit einigen Jahren in unserer Schule haben. Zwei Freunde aus Irland besuchen uns und arbeiten mit Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 8 mit dem Mittel des English Drama. Als wir sie in der Montagmorgenbegrüßung vorstellen, kommt es bei denjenigen, die in den vergangenen Jahren diesen Wochenkurs belegt hatten, zu einem großen "Hallo". Die Teilnehmer werden am kommenden Freitag um 19.00 Uhr präsentieren, was sie in der Woche erarbeitet haben. Zu erwarten ist kein großes Theaterstück, sondern viele kleine Übungen, in denen klar wird, wie sehr die Kinder mit Spaß und Freude Englisch gesprochen und Theater gespielt haben. Jeder Mann und jede Frau sind herzlich eingeladen.

Tagebucheintrag vom 10. Mai 2019

Gestern und heute war ich Teilnehmer bei der Landesdirektorenkonferenz. Das Beste an solchen Tagungen ist es stets Menschen zu treffen mit denen man sonst per Mail oder per Telefon Konversation betreibt. Die vielen Gespräche mit interessanten Menschen haben den Besuch der Konferenz erst richtig wertvoll gemacht. Persönlich würde ich mir wünschen, dass alle Schulleiterinnen und Schulleiter bei solchen Tagungen selbst mehr in Workshops und kleineren Gruppen an wichtigen Themen gemeinsam arbeiten und am Ende ein Ergebnis produzieren, welches in den Einzelschulen durchaus eine gewisse Relevanz erfahren könnte.

Tagebucheintrag vom 09. Mai 2019

Andreas Schleicher hat ein Buch geschrieben mit dem wunderbaren Titel "Weltklasse - Schule für das 21. Jahrhundert gestalten". Das ist doch ein äußerst interessanter Buchtitel. Andreas Schleicher ist Direktor für Bildung und Kompetenzen bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, in Paris. In einem Interview sagt er, dass ein gutes Schulsystem alle Kinder unterstützt und dass es darum geht, dass sie gerüstet werden in der Welt Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. "Soziale und emotionale Kompetenzen sollten heute den gleichen Rang einnehmen wie kognitive. Das alles sollten wir von unserem Schulsystem erwarten." In dem Buch stellt Schleicher interessante Schulsysteme vor. Besonders untersucht er die Länder Singapur, Estland, Kanada, Finnland und Shanghai. Ich weiß schon, dass Shanghai kein Land ist. In den nächsten Wochen werde ich nach der Lektüre des Buches mehr davon berichten. Ein Satz sprang mir bereits jetzt in die Augen, in dem Schleicher schreibt, dass die guten Leistungen in finnischen Schulen das Ergebnis eines langwierigen Transformationsprozesses seien, "der in den 70er Jahren begann, als das Gymnasium zugunsten von Gesamtschulen abgeschafft wurde." Auf geht´s!

Tagebucheintrag vom 08. Mai 2019

Der Elternabend Differenzierung, der gestern Abend stattfand, stieß  auf großes Interesse, schließlich lernten die allermeisten Eltern etwas völlig Neues kennen. Kaum einer, der er eigenes Schulleben hinter sich hat, hat so gelernt, wie wir es gestern für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch gezeigt haben. Wir Erwachsenen kennen alle, egal ob wir jünger oder älter sind, den Unterricht, in der Weise, dass der Lehrer die Hauptarbeit hat, viel vorgibt, die Tafel füllt und die Schüler funktionieren. Bei uns bereitet der Lehrer eine Lernumgebung vor, in der dann die Schüler selbstständig lernen und arbeiten müssen. Da liegt der Hauptschwerpunkt des Lehrenden auf der Vorbereitung. Aufgrund der Rückmeldung der Eltern werden wir diesen Elternabend in Zukunft vorverlegen, sodass vor allem die Eltern neuer Kinder früher wissen, wie der Hase läuft. Selbstständiges Lernen will gelernt sein, Verantwortung zu übernehmen auch.

Tagebucheintrag vom 07. Mai 2019

Ich denke darüber nach was für unsere Schüler, die die Schule verlassen, wirklich wichtig ist und in welchen Bereichen wir uns verändern müssen und andere Wege gehen sollten. Glücklicherweise denkt man auch auf der Ebene des Bildungsministeriums darüber nach politische Bildung in den Schulen zu intensivieren. Das halte ich für nicht nur sinnvoll, sondern im hohen Maße demokratiefördernd. Wenn ich mit meinen Schülern der Oberstufe auf dem Schulhof über Europa spreche, glänzen viele durch ein profundes Nichtwissen oder zumindest Halbwissen. Und es ist nicht nur das Wissen, sondern es ist auch das Wollen. Politische Zusammenhänge zu verstehen, das fällt nicht vom Himmel. Hierin sehe ich eine Aufgabe, deren wir uns in der Schule stellen müssen. Hier geht es wieder einmal nicht nur um Fakten, sondern um Zusammenhänge. Die Diskussion, dass jeder Schüler in seinem Schulleben einmal in Auschwitz gewesen sein müsste, werden wir auch bei uns führen müssen. Wenn das Ergebnis eines Aufenthaltes in Auschwitz ist, dass die Schülerinnen und Schüler danach jeglichen politischen Extremismus eine Absage erteilen, dann hätten wir in der Tat einen wichtigen Beitrag geleistet Demokratie zu fördern. Es gibt viel zu tun.

Tagebucheintrag vom 06. Mai 2019

Wenn ich durch das Schulhaus gehe und Kindern begegne, spüre ich ganz oft, wie besonders dieser Ort ist. Auch wenn sie es nicht unbedingt immer zugeben, die allermeisten unserer Schülerinnen und Schüler gehen gerne hierher, manche von ihnen können es in den Ferien kaum mehr abwarten, dass die Schule wieder losgeht. Es gibt sogar eine Horde, die über die Zeit hinaus den Hausmeistern bei ihrer Arbeit behilflich ist: "Wo ist der Klaus?", diesen Satz höre ich täglich. Klaus ist einer der beiden Hausmeister, der stets eine Idee hat, wie Kinder und Jugendliche ihn unterstützen können. In Schulen werden oft Disziplinarstrafen ausgesprochen, eine beliebte ist es beim Hausmeister einen Sozialdienst zu verrichten. In der IGS ist das keine Strafe, sondern eine Belohnung. Das ist einfach wunderbar.

Tagebucheintrag vom 03. Mai 2019

Eines hat die Partei über die man nicht sprechen darf und deren Namen nicht genannt werden soll meines Erachtens doch gut gemacht. Sie hat zu einer gewissen Politisierung beigetragen. Die Diskussion im Bildungskontext in Rheinland-Pfalz, mehr politische Bildung in die Schulen zu bringen, es soll sogar vielleicht eine Stunde mehr Sozialkunde geben, hat bewirkt, dass ernsthaft überlegt wird, wie Schüler ein politisches Bewusstsein erhalten können. Das Wichtigste ist sicherlich, dass wir in den Klassen in allen Fächern regelmäßig im Gespräch sind. Am liebsten würde ich mit allen Schülern morgens die Schule beginnen und gemeinsam Zeitung lesen oder vorlesen. Darüber reden, Texte verstehen und Haltungen und Meinungen einschätzen lernen und eine eigene Meinung entwickeln. Das wäre doch toll, jeden Morgen nur 20 Minuten und das ein Schulleben lang. Wenn man dann noch meine zweite Idee jeden Tag nach der zweiten großen Pause wieder für 20 Minuten nur Englisch sprechen würde, wäre ich glücklich. Vielleicht schaffen wir das ja einmal.

Tagebucheintrag vom 02. Mai 2019

Der erste Schultag nach den Osterferien und irgendwie hat man das Gefühl noch im anderen Modus zu sein. Ich glaube es geht mir nicht alleine so, wenn ich mir die manchmal doch müden Gesichter meiner Kollegen betrachte, weiß ich, dass auch andere mit der Umstellung zu kämpfen haben. Wir haben einfach zu viel Ferien. Die Wochen, die folgen, werden ähnlich verlaufen, schließlich unterbrechen Brückentage und Pfingstfeiertage wieder kontinuierliches Lernen. Auch wenn es vielleicht lustig klingt, aber mich nervt das. Mir wären längere Phasen ohne Unterbrechungen und dann auch längere Pausen viel lieber. Aber wer fragt mich?

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