Ich sitze gerade in einer Englischstunde und schaue einer Kollegin beim Arbeiten zu. Zwischendrin tippe ich in mein IPad. Ich denke an meinen eigenen Unterricht von gerade eben. Die Kinder schrieben eine Klassenarbeit zum Thema Personenbeschreibung. Langweilig, ich bin froh, dass dieses Thema vorbei ist und wir uns mit schöneren Dingen beschäftigen. Ich fragte einen Schüler, was er am Nachmittag mache, er erzählte mir vom Zocken und von Roblox. Er war völlig verdutzt, dass ich damit etwas anfangen konnte. Als ich mein IPad öffnete und ich ihm zeigte, dass auf meinem IPad Clash Royale installiert ist, fiel er vom Glauben ab. Wir spielten zusammen ein Spiel, d.h. er zeigte und sagte mir, was ich machen sollte. Am Ende siegte ich und bekam viele neue Figuren und Münzen. Ich war sein Held, er schlug mir auf die Schulter und lobte mich. Er nahm mich in seine Welt auf und wir hatten gemeinsam Spaß. Der Rollentausch war einfach wunderbar. Unsere Beziehung wird morgen eine andere sein. Ich habe ihn nicht wegen der Zockerei ausgeschimpft, sondern wir haben gemeinsam seine Welt erkundet und er hat gespürt, dass ich dies anerkenne. Wir können den Kindern nicht alles verbieten. Wir müssen mit ihnen im Gespräch sein, auch darüber, was sie im Netz machen. Wir dürfen ihnen etwas zutrauen, wir dürfen ihnen trauen. Im Gespräch bleiben, das ist wichtig.
