Dienstag, 10. Februar 2026

by Ralf Haug

Wir erleben beinahe täglich folgende Begebenheit. Der Unterricht hat begonnen, nicht alle Schüler sind da. Zwei Mädchen kommen völlig aufgeregt viel zu spät. Sie mussten noch dringend etwas klären, etwas, das keinen Aufschub duldet. Da ich eh schon auf 180 war, ging das nicht besonders gut aus. Eine traute sich in den Saal, die andere rannte davon. Ich wusste, wo sie hingegangen war und vergewisserte mich später auch. Sie war in guten Händen. Als sie sich beruhigt hatte, sprachen wir darüber, ruhig und friedlich. Um was es ging? Es geht immer um das Gleiche. Menschen reden schlecht über Menschen. Oder besser gesagt schreiben schlecht über Menschen. Und es gibt immer jemanden, der weiß, dass irgendjemand etwas gesagt hat. Und zwar einem anderen über einen anderen. Und dann gibt es Krach. Geklärt wird nichts, es werden Fronten aufgebaut, manchmal fliegen die Fäuste, Tränen fließen sowieso. Das schaukelt sich oft hoch und kann Wochen oder Monate dauern. Eine Kontrahentin ließ sich wegen Übelkeit entlassen, die andere verpasste meine beiden Stunden komplett und die dritte, die freiwillig zu mir zurückgekommen war, konnte sich überhaupt nicht auf die Arbeit konzentrieren. Das ist der tägliche, kleine Wahnsinn. Ich bin für die australische Lösung.