Mittwoch, 04. Februar 2026

by Ralf Haug

Heute war ich auf der Fortbildung „Zukunftslabor KI“. Ich habe mir davon ganz viel versprochen und war am Ende der Veranstaltung nicht zufrieden. „Zukunftslabor KI“ für Schulleitungen sollte eine Veranstaltung sein, bei der das Ministerium, das pädagogische Landesinstitut, Schulleitungen aller Schularten und Fachpersonal aufeinander trafen. Ein Professor für Digitales hielt einen Vortrag, heute heißt das ja Keynote und überhaupt hörte ich an diesem Tag ganz schön viel Denglisch. Das Fachpersonal hatte sich super vorbereitet und berichtete voller Enthusiasmus über mögliche Anwendungsbereiche von KI in der Schule. Das ist durchaus interessant und ich habe viele motivierte Referentinnen und Referenten getroffen, aber der eigentliche Sinn der Veranstaltung war damit nicht erfüllt. Wenn schon alle quasi beisammen sind, muss man meines Erachtens überlegen, wie man strategisch in den Schulen mit der KI umgeht, für ein gewisses Anwendungswissen sorgt, Ängste nimmt, die Professionalität schult und auch darüber nachdenkt, wie man möglichen Entmündigungstendenzen entgegentritt. Doch solche strategische Überlegungen gab es an diesem Tag überhaupt nicht. Schade. Früher hätte man gesagt: Thema verfehlt – sechs! Besonders putzig war eine Podiumsdiskussion am Nachmittag, bei der Expertinnen und Experten miteinander sprachen und Publikumsbeiträge dann zugelassen waren. Ich zündete einen Testballon und schlug vor, dass zu einer gelungenen Digitalstrategie auch einmal gehören würde, dass es von oben Vorschriften gibt. Und damit hatte ich in ein Wespennest gestochen. Ich schlug vor, dass alle rheinland-pfälzischen Lehrkräfte verpflichtet werden sich in digitalen Fragen in einem vorgeschriebenen Zeitraum fortzubilden und dies nachzuweisen. Das qualifizierte Podium widersprach heftig, da wurde von Freiwilligkeit gesprochen, von intrinsischer Motivation und davon, dass man Lehrkräften nicht einfach etwas vorschreiben könne. Schließlich brauche man motivierte Menschen, die sich von sich aus auf den Weg machten. Ich halte dies für einen entscheidenden Fehler, lebenslanges Lernen ist unsere Pflicht, dafür verdienen wir doch die Kohle und die Erfahrung zeigt: wer nur auf Freiwilligkeit setzt, verliert. Ich erwarte in Zukunft Strategien, die auch in die Tat umgesetzt werden.