Alle haben es geschafft, wie gehofft. Keine und keiner fiel durch. In die Phalanx der besten Abiturientinnen drang dieses Jahr tatsächlich ein Junge ein. In den letzten Jahren waren die besten 10 Abiturienten fast immer nur Mädchen. Diesmal hatte es ein Junge nach fast ganz oben gepackt. Ich werde ihn bei meiner Abiturrede namentlich und lobend erwähnen. Die beiden Tage liefen in einer guten Atmosphäre ab, meine Lehrkräfte hatten sich schick angezogen und dem Anlass entsprechend Würde gezeigt. Ich war in vielen Prüfungen Vorsitzender und nehme wieder eine gute Erfahrung mit nach Hause. Ich saß einer Schülerin gegenüber, die, das war mir nach 3 Minuten klar, die Prüfung mit einer Höchstpunktzahl absolvieren würde. Ihre professorale Sprache und ihr Wissen waren grandios. Was dieses Mädchen weiß, ist phänomenal, es war mir eine Ehre ihrer Prüfung beiwohnen zu dürfen. Normalerweise werden die Fragen durch die PrüferInnen gestellt, in ihrem Falle wollte ich sie testen, um herauszufinden, ob sie sich auch mit den Leistungen Mahatma Gandhis auskennen würde. Und ich war davon überzeugt, dass sie mit ihrer Einschätzung fehlliegen würde. Doch auch hier erlitt ich eine intellektuelle Niederlage. Sie erklärte mir in wohlfeilen Worten, warum die Kolonialmacht England in dieser Frage nichts gegen Gandhis Salzmarsch ausrichten konnte und wollte. Ihre Einlassungen waren überzeugend, in mir war nur großes Staunen und Hochachtung zugleich. Ich bin gespannt, was aus diesem Mädchen einmal wird. Um 15.00 Uhr war alles vorüber und alle Zeugnisse sind bereits gedruckt und unterschrieben, die Hälfte der Beglaubigungen sind auch schon fertig, sodass wir am Sonntag die Zeugnisse überreichen können. Vielen Dank auch an unser Küchenteam, die uns mit Suppe und Würstchen und selbstgemachten Dampfnudeln mit Vanillesoße versorgt haben. Mein Dank an Marcus, Jasmin, Sascha und Georg.
