Wir haben Dich, liebes Tagebuch, schon ganz lange nicht mehr besucht. Deshalb heute ein Eintrag für mehrere Tage vor den Osterferien. Eigentlich ist in dieser Zeit ganz viel passiert und wenn man wirklich über alles berichten müsste, würde dies Seiten füllen. Ich beschränke mich deshalb auf das, meines Erachtens, Wichtigste. Diese Zeit ist in jedem Jahr äußerst spannend und voller Aufregung für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler. Und für die Leitung der Schule auch. Auf der einen Seite stehen die Feierlichkeiten zum Abitur an, auf der anderen Seite beginnen die Intensivplanungen für das folgende Schuljahr. Wenn ich heute, einen Monat später, daran denke, freue ich mich, wie gut alles verlaufen ist. Nachdem beim mündlichen Abitur keine Schülerin und kein Schüler durchgefallen ist, konnten die Vorbereitungen für das Verleihen der Zeugnisse und für die Feier starten. Ich bewundere sehr die Schülerinnen und Schüler, die den Abiball vorbereitet haben, so professionell wurde noch nie ein Ball vorbereitet. Das Ergebnis am Sonntagabend konnte sich wahrlich sehen lassen. Ein perfektes Programm, gutes Essen, tolle Gespräche, Verabschiedungen, richtig klasse organisiert und bis ins Detail liebevoll vorbereitet. Mein persönlicher Höhepunkt war unsere Veranstaltung, bei der die Schule den Kindern ihre Abiturzeugnisse verliehen hat. In meiner letzten Abiturrede in dieser Schule sprach ich darüber, dass es unser Anspruch ist bei uns allen Fehler zuzulassen und dass wir uns in den neun Jahren, in denen die Abiturient:innen bei uns waren, es stets um ein gutes Miteinander gehen sollte und ich erzählte am Anfang eine Geschichte, die ich schon oft erzählt habe. Ich erinnerte alle Anwesenden an die Zeit, in der sie selbst laufen gelernt haben, eine wunderbare Zeit, die geprägt war von vielen scheiternden Versuchen aufzustehen oder gar zu laufen. Und sie war auch geprägt von stets positiver Zusprache durch die Erwachsenen, eine noten- und beurteilungsfreie Zeit und jeder kleine Erfolg wurde gefeiert. Und so war es in der Kindheit bei einigen Veränderungen, zum Beispiel auch beim Sprechen lernen. Danach beginnt der Ernst des Lebens, es werden Ziffernnoten erteilt, die überhaupt nicht objektiv sind und wir haben es in unserer Schule versucht teilweise einen anderen Weg zu gehen. Am Schluss meiner Rede stand ein Spruch von Samuel Beckett, der am Ende uns dazu aufruft das Scheitern zuzulassen und einfach besser zu scheitern. Begleitet wurden die Reden von musikalischen Beiträgen, die mir in diesem Jahr besonders viel Spaß gemacht haben, da die Abiturient:innen sich für ein ABBA-Motto entschieden haben und wir das auch getan haben und nur Lieder von ABBA zum Besten gegeben haben. Das hat wirklich großen Spaß gemacht.
Der Plan für das kommende Schuljahr ist in Vorbereitung, im sogenannten Gliederungsplan führen wir auf, welche und wie viele Lehrkräfte uns im kommenden Schuljahr zur Verfügung stehen und wie viele wir noch brauchen. Neben meiner Person verlassen am Ende des Schuljahres drei weitere Lehrkräfte die Schule, weil sie die Altersgrenze erreicht haben. Diese werden ersetzt werden müssen, ein bisschen Bewegung ist also in der Sache.


