Dienstag, 12. Mai 2026
Um 06.00 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem kurzen Moment bin ich wach, mache mich fertig und gehe zum Frühstück. Um 07.04 Uhr fahren wir zu unserem Höhepunkt heute Morgen, zum Karnak-Tempel. Der Name sagt nicht, was diese Tempelanlage wirklich ist, es sind mehrere Tempel auf einem riesigen Areal und es ist ein Ritt durch die Jahrtausende. In Luxor steht der 35 Fußballfelder große Tempel. KarnakBernd das Brottempel und Luxortempel sind durch eine Sphingen-Allee, die wir auf unserer Fahrt dahin sehen, miteinander verbunden. Es waren über 1000. Heute gibt es noch 300, da fallen mir die Prinzen ein: „Das ist alles nur geklaut“. Die ganze Tempelanlage wurde in mehreren Etappen gebaut und das ist so beeindruckend. Wir laufen über einen großen Platz auf die Anlage zu und Migo erklärt, dass damals der Nil bis hierhergekommen sei und zeigt uns den ehemaligen Hafen. Wir stehen vor der ersten Pylone und schauen durch den Komplex hindurch. Wir staunen den ganzen Morgen, wir kommen in einen großen Park, auf der einen Seite Widderfiguren. Wir befinden uns in der 22. Dynastie, vom Hof abzweigend entdecken wir den Hof Ramses III. und verweilen an einem Relief von Ramses II. Und dann betreten wir einen Säulenwald, wir hören von 16 Reihen, 134 Säulen bis zu 10 Meter Durchmesser, die Säulen sind voller Geschichte, die bleiben. Es geht ganz viel um Krieg, um die Macht des Königs, wie der König Menschen gefangen nimmt. Syrer, Libyer, Hethiter, da wird auch mal ein feindlicher Streitwagen überrannt. Am Ende siegt ein Ramses. Viele von uns kennen diese Säulenhalle von James Bond. Roger Moore und der „Beißer“ duellierten sich hier im Film „Der Spion, der mich liebte“, legendär die Szene, in der der Beißer die Flucht Bonds und seiner Partnerin zu verhindern versuchte, aus heutiger Sicht ein unfassbarer chauvinistischer Moment. Nach dem Säulengewirr staunen wir über einen 18 Meter hohen Obelisken, der einer Königin gewidmet ist, sie trägt den Namen Hatschepsut. Aus Granit aus Assuan, ein einziger Stein. Vor einer großen Wand stehend erklärt Migo, wie hier der Sinai und das Rote Meer und Moses eine Rolle spielen, stolz sagte er, dass er hier als Archäologe gegraben und wichtige Dinge entdeckt hatte. Er ist in seinem Element. Im letzten Bereich sind wunderbare Farben und Malereien zu entdecken. Sie stammen aus einer jüngeren Epoche, meine Hochachtung vor dieser Kultur steigt von Tag zu Tag. Unser lieber Führer hat dann auch noch Bernd, das Brot entdeckt und preist es gar als Weltsensation an, ein Stein sieht tatsächlich so aus wie die Vorlage für „Bernd das Brot“. Auch nicht schlecht. Während einige oder besser gesagt viele sich für die Herstellung von Papyrus samt Einkaufsmöglichkeit interessieren, zieht es mich ins Hotel. Siesta bei 38 Grad, heute soll es dann aber 42 Grad werden und heute Abend um 17.30 Uhr auf zum Luxortempel. Bis dahin. Ach, noch eins, der ägyptische Gott trägt den Namen Amun-Re, der Sonnengott Ra, sagen sie. Er heißt eigentlich „Der Verborgene“. Die Tochter von Ra oder Re trägt den Namen „Maat“. In Sakkara ist uns Osiris begegnet, er gilt als Gott der Toten, mehr konnte ich mir bisher nicht merken, aber ich passe weiter tüchtig auf. Heute Abend besuchten wir den Tempel von Luxor. 110.000 Ägypter lebten auf der dreifachen Fläche von Deutschland und fast alle lebten vom und am Nil, den nach dem Amazonas längsten Fluss der Welt. 70 oder 80 Prozent sind Wüste. Luxor, das einmal Theben hieß, ist schon im Süden. Weiter südlich ist Assuan und noch weiter südlich ist Abu-Simbel, dann geht es in den Sudan. Wir besuchen die Tempelanlage von Luxor, vor dessen Eingängen sechs Statuen von Ramses II., dem großen Schöpfer, zu sehen sind. Ebenso ein markanter Obelisk, der imposant in die Höhe ragt. Es wird Abend und das Licht schafft eine bessere Atmosphäre. Beeindruckend, davor zu stehen und allein die riesigen Dimensionen zu bestaunen. Alle Großen der ägyptischen Geschichte spielen hier eine Rolle, da gibt es Herrscher, die nicht nur das Gesicht irgendwelcher Vorgänger verschwinden lassen. Der Sohn Tutenchamun beispielsweise ließ von allen Säulen den Namen seines Vaters entfernen, nur um ihn zu demütigen. Der Obelisk Ramses II. steht am Eingang, der andere auf dem Place de la Concorde in Paris, da haben die Franzosen mal richtig Geld in die Hand genommen. Auf dem Obelisken geht es, wie so oft, um eine Schlacht, nämlich die von Ramses gegen die Hethiter. Wir sehen auf einem großen Platz eine Moschee, vor deren Tor im Juli jeden Jahres ein großes Fest für 10 Tage gefeiert wird. An den 10 Tagen kommen 2 Millionen Besucher nach Luxor. Immer wieder beeindruckend, ein riesiger von ebenso riesigen Säulen umringter Platz, lädt zum Verweilen ein. Überall Reliefs, die Geschichten erzählen, auf denen Geschichte festgehalten ist. Ach, es ist so viel, ich kann mir gar nicht alle Erklärungen merken. Der beeindruckendste Saal ist der Geburtssaal. Auf einer ganzen Wand sehen wir eine Geburt. Es geht darum, dass ein Pharao, in dem Fall Amenophis III., seine göttliche Herkunft erklärte. Am Anfang gibt es den Knaben und seinen Schutzgeist, auf einer Tonscheibe ist Isis. Gott der Wissenschaft. Amun und die Mutter von Amenophis zeugen ein Kind. Die Schwangere wird göttlich geführt. Isis übergibt den Jungen Amur, der ihn in seinen Armen hält. Ganz oben sitzt die Königin, der junge Prinz und sein Schutzgeist werden von zwei Kühen gestillt. Schließlich werden Kind und Schutzgeist Amur übergeben. Eine unfassbare Geschichte, ein wahrhaft meisterhaftes Relief. Der Luxor-Tempel ist viel kleiner als die Tempelanlage von Karnak, aber ebenso wunderbar. Es ist Nacht, ich stehe nochmals vorm Eingang und bin froh, hier zu sein.
















