Wir stehen wie immer früh auf und fahren in die Stadt. Nachdem wir dieses komische Hotel verlassen haben, haben wir viel vor. Zuerst geht es an die Zitadelle, von der aus wir einen tollen Blick auf die Stadt haben könnten. Aber heute ist es sehr dunstig und wir können die Pyramiden kaum sehen. Schade, immer hinter der dortigen Moschee, die jener der in Istanbul gleicht, deren Name „die blaue Moschee“ ist. Schade, dass dies kein heiliger Ort mehr ist, an dem Ruhe einkehrt. Das trifft übrigens für alle Kirchen zu, die wir besichtigt haben. Hier rennen die Menschen sich laut unterhaltend durch, ohne zu verweilen, für mich leider auch kein Moment, um Ruhe zu finden. Später fahren wir ins koptische Viertel. Koptische Christen, Ägypter. Das ist ein ganz anderes Gebiet in dieser großen Stadt. Kairo hat irgendwie keinen Kern, es gibt ganz viele verschiedene Zentren. Es ist ein kleiner Bereich, wo es 14 Kirchen gibt. Wir besichtigen die koptische Kirche, hier wird ganz viel mit Ikonographie und Messing gearbeitet. Für mich sind die Kirchen voller Nippes. Die Kopten haben Jesus als die Hauptfigur erkoren. Sie verbinden irgendwie das alte Ägypten mit dem Christentum. Ich merke, wie ich nach mehreren Tagen und der Beschäftigung mit dem alten Ägypten keine neuen Infos mehr aufnehmen kann. Später sind wir kurz in der unspektakulären Ben-Ezra-Synagoge, ein wenig shoppen und ab in den Bus, es geht ins Urlaubsparadies Sharm El Sheikh. Aus dem kleinen Dorf ist inzwischen ein riesiges Häusermeer geworden. Die Werbeschilder auf Russisch. Unser Hotel ist wie ein kleines Gefängnis, wir können alles haben und werden gut überwacht, selbst am Strand stehen rundum Videokameras. Und Russen, überall Russen. Der Satz „nicht alle Russen sind böse“, ist sicher richtig. Aber Russen, die es sich leisten können in Sharm El Sheikh und sich überall breit machen, als gehöre ihnen die ganze Welt, gruseln mich. Was ist das für ein Volk? All Inclusive ist auch ganz komisch für mich. Ein riesiges Buffet am Abend, über das die Menschen herfallen. Ich kann das gar nicht genießen. Und um 10.00 Uhr am Abend beginnt das große Abenteuer. Wir fahren mit dem Bus zum Katharinen-Kloster. Um 10.00 Uhr am Abend, durch die dunkle Nacht, der Sinai, der mal Ägypten, mal Israel, und jetzt wieder Ägypten gehört, ist ein Halbwüstengebiet mit hohen Bergen. Uns zieht es zum Katharinen-Kloster auf 1.500 Metern Höhe. Einige von uns übernachten vor Ort. Wir anderen machen uns auf, den Berg zu erklimmen, beim ersten Teil gehen wir verschiedene Wege, die einen reiten per Kamel, die anderen laufen einen echt langen Weg, 5 Kilometer über unebene Steinstufen bergan, es ist kein Zuckerschlecken.
















